lesbar, aber nicht unbedingt zwingend

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shewane Avatar

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Das Buch beginnt ausgesprochen spannend mit dem Verschwinden der jungen Mutter Sandra. Irgendwas passiert eines Nachts, die Stimmung ist ausgesprochen bedrohlich, der Leser erfährt aber nichts Genaues. Der Fall wird dann von Detective D. D. Warren untersucht. Sie hat ziemlich schnell zwei Hauptverdächtige: zum einen den Ehemann Jason, der sehr verschlossen ist, nicht richtig kooperiert und schon allein deshalb verdächtig ist und dem Nachbarn Aidan, der mit einer äußerst zweifelhaften Vergangenheit von Sandra fasziniert ist und sich fast schon wie ein Stalker verhält. Natürlich ist klar, dass es nicht so einfach ist, sonst müsste man ja keinen Thriller über 500 Seiten lesen, bis es endlich zur Auflösung kommt.

Zwischenzeitlich hat das Buch aber einige Längen, es geht nicht so recht voran. Allerdings mildern die laufenden Perspektivwechsel zwischen Warren und Aidan und die Rückblicke in Sandras Erlebnisse der letzten Wochen die Langeweile etwas, bevor es dann im letzten Drittel endlich zur Sache geht und wieder spannend wird. Allerdings finde ich die Auflösung dann doch eher unglaubwürdig. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Autorin wusste selbst nicht so recht, wie sie das ganze auflösen soll und hat dann eine besonders abgedrehte Geschichte gewählt.

Der Schreibstil ist etwas nachlässig, die Formulierungen manchmal arg holprig, was aber sicher eher der schlechten Übersetzung und dem schludrigen Lektorat und weniger der Autorin selbst zuzuschreiben ist.

Insgesamt also ein Buch, das sich durchaus lesen lässt, das aber nicht lange nachwirken wird.