Ehrlich, lustig und gefühlvoll!

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Zwei sind Einer zu viel!

Inhalt:
Rosa suhlt sich in im Selbstmitleid, denn ihre große Liebe, will seine große Liebe heiraten und dabei handelt es sich leider nicht um Rosa. Zwischen rieisegen Bergen aus Taschentüchern und neben ihrem besten und schwulen Freund Holgi, fasst sie kurzfristig einen Schlachtplan: Sie will Jan zurückerobern, sie will um ihn kämpfen, denn schließlich ist Rosa seine große Liebe, er muss es nur noch erkennen und dann können die beiden zusammen ihr Happy End shreiben - das denkt sich zumindest Rosa. Doch dann hält das Schicksal Einzug in ihrem Leben und stellt es gehörig auf den Kopf: Nach einem Zirkusbesuch, findet sich die liebeskranke Rosa, durch Hypnose plötzlich in einem füheren Leben wieder. Und wäre es nicht schon schlimm genug, dass ihr früherer Körper ein Mann ist, ist er auch noch Shakespeare höchstpersönlich. Schnell stellt sich heraus, dass William und Rosa sich sehr ähnlich sind, gemeinsame Probleme und ein wahrhaft aufrichtiges Herz teilen. Eine tubulente Reise beginnt: Zwischen Herzschmerz, Freundschaft und Schwertern, erleben die Beiden ein ganz großes Abenteuer, dass ihre beiden Leben für immer verändern soll. Denn Rosa kann Shakespeare erst wieder verlassen und in ihren eigenen Körper zurückfinden, wenn sie die wahre Liebe entdeckt hat.

Schreibstil:
Ich denke, ich bin eine der wenigen Leser, die noch nie in ihrem Leben ein Buch von David Safier gelesen hat und ich muss ehrlich gestehen, dass ich wohl bisher wirklich etwas verpasst habe, denn der Schreibstil des Autors ist so unglaublich schön, mitreißend, herzlich und lustig, dass man aufjedenfall kein Werk von ihm missen sollte. David Safier bringt seine Geschichte voller Frische und Witz an den Leser, ohne dabei das Gefühl zu übermitteln, dass er krampfhaft versucht Humor zu zeigen. Im Gegenteil, die Witze im Buch sind alle sehr ehrlich und bringen den Leser nicht nur einmal zum Lachen, schmunzeln und weinen. Dabei versprüht der Autor zugleich eine solche Fröhlichkeit, dass man gar nicht anders kann, als jeden Buchstaben regelrecht zu verschlingen. Ich hatte viel Spaß mit der Geschichte von Rosa und William, auch wenn sie relativ kurzwellig ist, hat der Autor durch seinen Stil in mir etwas bewegt und schließlich ist es doch genau jenes, was wir uns in Büchern wünschen.

Idee/Umsetzung:
Die Idee, die sich hinter den Seiten verbirgt, scheint auf den ersten Blick sehr gewöhnlich: ein typischer Frauenroman. Doch beim Lesen wird schnell kalr, dass dieses Buch ganz anders ist als erwartet und seine Leser damit gekonnt überrascht und fesselt. Das schöne ist, dass man ohne Erwartungen an die Geschichte herangeht und von der Fröhlichkeit hinter jedem Buchstaben, regelrecht überrollt wird. Wer also glaubt, dass hinter den Seiten die typische Liebeskummer-Geschichte wartet, der wird eines besseren belehrt werden. Denn der Autor hat hier verschiedene Elemente perfekt zu einem großen Ganzen verpackt. Ich finde die Idee von David Safier wurde demnach sehr gut umgesetzt, denn man erlebt zusammen mit Rosa und William ein großes Abenteuer, das mitten ins Herz trifft. Zudem schmückt eine sehr schöne und realistische Wahrheit das Ende der Geschichte und regt seinen Leser zum Nachdenken an. Da ich ein großer Fan, von Geschichten mit einem "Happy End", inklusive Moral bin, konnte mich dieses Buch also voll und ganz abholen und mitziehen. Ich bin jetzt regelrecht erleichtert, dass ich noch zwei weitere Bücher des Autores zu hause habe, bei denen ich noch auf Entdeckungsreise gehen kann - man darf gespannt sein.

Charaktere:
Rosa erzählt ihren Lesern direkt auf der ersten Seite, dass sie das typische Frauenklische ist und zunächst scheint dies auch zu stimmen. Doch je mehr man mit ihr in das Abenteuer schlittert umso schneller wird klar, dass sie sich zur absoluten Heldin im Werk verwandelt. Man kann richtig mitverfolgen, wie sie sich verändert und an ihren Herausforderungen wächst. Nach und nach findet sie die Moral und lernt eine ganz neue Lektion im Leben. Genau jenes macht sie dem Leser so sympathisch. Man kann sich in Rosa hineinversetzen, weil wir alle wohl schon einmal ganz schlimmen Liebeskummer hatten, der uns fast in den Wahnsinn getrieben und gefühlte tausend Vorteilspackungen Taschentücher verschluckt hat. Ich konnte sie jedenfalls direkt in mein Herz schließen und habe mir ihr Happy End voller Herzen herbeigewünscht.
William ist Rosa sehr ähnlich. Die Beiden haben die gleichen Probleme sind aber trotzdem wie Katz und Maus. Doch sie lernen voneinander und machen somit, jeder für sich, die Nötige Veränderung durch, um im Leben das Glück wiederzufinden. Demnach sind auch die Charakter in der Geschichte unschlagbar. Sie sind mindestens genauso herzlich, liebevoll und lustig wie die Schreibweise des Autors und halten somit ein sehr harmonisches Gleichgewicht.

Cover/Gestaltung:
Die Gestaltung des Buches ist sehr schlicht, passt sich aber perfekt der ganzen Art des Buches an und spiegelt die Stimmung 1:1 wieder. Mehr gibt es auch nicht zu sagen, ein Blick genügt und man versteht, was ich meine. Die Innengestaltung ist auch sehr schlicht, jedoch braucht die Geschichte auch keine großen Verzierungen und Bilder. Dabei heben sich die Sichtweise von Rosa und William durch die Schreibweise voneinander ab. Denn alle Aussagen von William sind kursiv dargsellt.

Fazit:
"Plötzlich Shakespeare" von David Safier, ist ein Buch, das in keinem Bücherregal fehlen sollte. Voller Frische, Ehrlichkeit und Witz führt der Autor seine Leser in ein großes Abenteuer, mit starken Hauptfiguren und einem gekonnt, lustigen Schreibstil. Zwar bietet dieses Buch eine eher kurzwellige Geschichte, jedoch glänzt sie trotz allem durch einen starken Charakter. Auch wenn ich mit dem Ende nicht ganz so zufrieden war, weil es meiner Meinung nach ein wenig überstürzt war, lege ich die Geschichte jedem wärmstens ans Herz. Schon lange gab es keinen deutschen Autoren mehr, der mich so zum Lachen gebracht und mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Das Abenteuer von Rosa und William macht glücklich und versüßt einem den Tag. Deshal meine absolute Leseempfehlung!

 

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. [Heinrich Heine]