Überraschend unterhaltsam

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Rosa ist unzufrieden – mit ihrem Leben, ihrem Job und wenn man es genau nimmt, eigentlich mit allem. Als ein ominöser Zirkushypnotiseur ihr anbietet, sie in ein früheres Leben zu versetzen, um herauszufinden, was die wahre Liebe ist, nutzt sie ihre Chance. Plötzlich findet sie sich im Körper William Shakespeares wieder. Zu ihrem Unglück, muss sie sich den Körper mit ihm teilen und hat so kaum Zeit, sich ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen. Das England des 16. Jahrhunderts hat aber auch so manche Kuriosität zu bieten.

 

Mit „Plötzlich Shakespeare“ habe ich meine David Safier-Premiere gefeiert und bin positiv überrascht worden. Das Buch ist sehr locker und spritzig geschrieben. Es lässt sich problemlos in einem Rutsch lesen und sorgt wie nebenbei für sehr gute Unterhaltung.

 

Besonders gut gefällt mir, dass das Buch witzig ist, dabei aber nicht aufgesetzt wird. Oft wurde ich zum Lachen gebracht, habe mich köstlich über die Dialoge zwischen Rosa und Shakespeare amüsiert – und hatte dabei nie das Gefühl, dass etwas zu gewollt komisch ist. Ich hatte vor dem Lesen die große Befürchtung, dass die humoristische Seite des Buches übertrieben sein könnte, sie ist es aber absolut nicht. Großer Pluspunkt!

 

Die Verknüpfung der heutigen Welt mit dem England des 16. Jahrhunderts ist ebenfalls wunderbar gelungen. Safier bringt immer wieder witzige Vergleiche an und nimmt gekonnt beide Seiten auf die Schippe, was das Buch für mich sehr sympathisch gemacht hat.

 

Rosa selbst ist eine sehr ehrliche, resolute Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und dabei gerne mal von einem Fettnäpfchen ins andere tritt – meist jedoch auf eine sehr liebenswerte Art. Auch ihr bester Freund Holgi entspricht in etwa diesem Muster, so dass die beiden ein tolles Gespann abgeben.

 

Sehr gut gefällt mir zudem, dass neben dem ganzen Witz am Ende auch so etwas wie eine Lehre herauskommt. Das Thema Liebe steht im Mittelpunkt des Buches und Rosas Aufgabe, das Wesen der Liebe zu erforschen, führt am Ende zu einem Ergebnis, das sich wunderbar in das Gesamtbild einfügt – auch ohne mit Witz daher zu kommen. Safier dosiert den Spaß-Faktor also sehr gut, was das Lesen für mich zu einem unerwartet großen Vergnügen gemacht hat.