Zwei Brüder, ein Würstelstand

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julia114 Avatar

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Die Brüder Paul und Balthasar könnten unterschiedlicher nicht sein, einer aus Berlin, der andere ein waschechter Wiener und beide müssen sich zusammenraufen, um den Würstelstand der gemeinsamen Tante rentabel zu machen. Beide wussten bis vor kurzem nichts von der Existenz des anderen und könnten auch gerne aufeinander verzichten, was sich in kalkulierten Beschimpfungen zeigt. Sie lassen sich gegenseitig Zettelchen zukommen, die jeder auf seine eigene Art nutzt um seine Macht zu demonstrieren. Streitereien um Musik, welche Wurst ist die beste, Bio oder doch nicht, wer darf über wen entscheiden, all da ist vorprogrammiert. Ein Mann, der vor dem Würstelstand auch noch umkommt, und die folgenden Verhöre der Polizei machen das Chaos perfekt.

Beide Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein und ihr Schlagabtausch ist witzig, eloquent und immer direkt. Die „Zettel-Wirtschaft“ macht das ganze abwechslungsreich und es war spannend zu sehen wie sich trotzdem die Handlung erzählen lässt. Es ist kein Krimi im eigentlichen Sinne und zwischendurch fehlte auch die Spannung, aber das Ende war dann doch Actionreich und so nicht erwartet.

Fazit: Leichtes Lesevergnügen mit einem anderen Stil und durch die unterschiedlichen „Sprachkulturen“ hat das Buch „Praterglück“ seinen ganz eigenen Charme.