Das Leben ist eine Telenovela

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baerbelb Avatar

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und manchmal sogar noch schlimmer. So zumindest ergeht es Charlotte. Ihres Zeichens Chefautorin und Erfinderin von „Renata“. Einst der aufgehende Stern am Himmel der Telenovela-Drehbuchautoren sinken ihre Einschaltquoten seit der Trennung von Marius stetig. Dies entgeht natürlich auch ihrem Chef nicht. Und so stellt er ihr den größten Renata-Fan zur Seite: die Huber Sabine aus Rottach in Bayern. Und das mitten in Berlin. Denn die Huber Sabine weiß nämlich, was die Fans wünschen.
Und damit beginnt Charlottes Bergab erst richtig. Nichts ist mehr wie es mal war oder sein sollte.
Sabine wird – statt im Hotel – bei ihr zu Hause einquartiert. Gleichzeitig zieht auch noch ihre viel jüngere Bettgeschichte bei ihr ein, weil er zu Hause rausgeflogen ist. Als ob das noch nicht genug wäre, kann sie auch ihrem Ex-Freund und Ex-Renata-Liebling Marius nicht aus dem Weg gehen. Der hatte damals nämlich mit 99% ihrer Kolleginnen flüchtigen Sex. Aber darüber ist sie ja schon lange hinweg.
Sogar ihr Stellvertreter fällt ihr neuerdings in den Rücken und sägt an ihrem Stuhl.
Auf wen kann sie sich denn jetzt noch verlassen?

Charlotte erzählt ihre schlimmsten Wochen aus ihrer Sicht und läßt ihre Gedanken oftmals in Drehbuchform einfließen. So leidet der Leser mit ihr bis zum bitteren Ende und möchte auch so manchem ihrer Zeitgenossen den Hals umdrehen oder einen Tritt in den Allerwertesten verpassen.

Ron Markus hat die Stimmungen und Probleme einer Großstadt-Karrierefrau prima eingefangen und transportiert. Der Roman läßt sich zügig lesen und man will auch unbedingt wissen, wie es am Ende ausgeht. Allerdings finde ich trotzdem, dass die Thematik und die Umsetzung nicht unbedingt neu ist und somit auch irgendwie nicht besonders. Daher leider nur dreieinhalb Sterne....

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