Bedrückende Realitätsnähe

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weißdorn Avatar

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"Schlaf, du kleines Weidenkind, denn es ist noch Winter" singt Muriel für Folami, dem farbigen Flüchtlingsmädchen, um das sie sich kümmert. Muriel würde gern von den Drogen wegkommen und sie kennt Tom Stilton, der lange Zeit unter Obdachlosen lebte, bevor er jetzt wieder von Mette zu einem Fall herangezogen wird. Es handelt sich um einen Jungen, der getötet und im Wald verscharrt wurde. Aber er ist nicht das einzige Kind, das grausam getötet wurde. Pädophile, Organhandel, Straßenkinder in Rumänien, verschwundene unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Schauergeschichten, die man fast tagtäglich in den Nachrichten hört und liest werden hier vereint. Zum Glück gibt es den sympathischen Tom Stilton und Olivia Rönning, Mette und viele andere "gute" Menschen. Und auch ein bißchen Gerechtigkeit; mit dem letzten Satz wird klar was im Prolog geschehen ist und es tut gut!
Sehr spannend geschrieben, manchmal raubt es einem den Atem von der Realitätsnähe, manchmal mußte ich mich zwingen weiterzulesen, weil die Grausamkeiten sehr subtil geschrieben sind. Nichts für Zartbesaitete!