Schrei nach Stille - Sommer of Love

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
moehrchen Avatar

Von

Klein-Rhoda, ein kleines Dorf in Oberhessen. Dort steht die Dorfgemeinschaft noch eng zusammen; etwas das jeder Zugezogene zu spüren bekommt. Vor 40 Jahren ist hier eine auswärtige Frau spurlos verschwunden. Was ist damals passiert und welches dunkle Geheimnis umweht Sophie Winter, eine zugezogene Schriftstellerin, die in dem Haus lebt, in dem auch die verschwunden Frau früher gelebt hat? Paul Bremer, der "_Hilfssheriff"_ des Ortsvorstehers - auch schon bekannt aus früheren Büchern der Autorin - und der Polizist Giorgio DeLange versuchen unabhängig von einander hinter das Geheimnis zu kommen.

Am Anfang empfand ich die allzu ausufernde Erzählweise der Autorin als störend: Personen - nicht wenige - werden in aller Deutlichkeit beschrieben, deren Gedanken und Gefühle teilweise recht deutlich hervorgehoben und dadurch war es recht schwer in das Buch hinein zu kommen. Immer wieder fragt man sich am Anfang, warum die Autorin es für wert erachtet, scheinbar überflüssige Dinge dem Leser näher zu bringen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass genau diese Erzählweise für den Roman sehr wichtig ist. Zum einen lernt man die Protagonisten und deren Verhaltensweisen besser kennen - die Bewohner von Klein-Rhoda sind mir so schon fast ans Herz gewachsen - zum andern trägt der Erzählstil wesentlich zu der dichten Atmosphäre des Buches bei.

Ich bin mir nicht ganz sicher, welchem Genre ich das Buch zuordnen soll: ist es ein Krimi, eine Gesellschaftsstudie oder einfach nur eine Zeitreise in die nicht allzu rühmliche Vergangenheit? Oder einfach alles zusammen? Egal das Buch ist gut und das ist die Hauptsache!