Geduld ist eine Tugend

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Als der Wachmann Tony Catalhöyük ein Sommerhaus überprüft findet er eine brutal zugerichtete Leiche, und einen bewusstlosen Mann nicht weit entfernt. Der Fall scheint klar, der Hauptverdächtige, Benjamin Emanuelsson wurde am Tatort erwischt. Noch im Krankenhaus verlangt Benjamin die frisch gebackene Anwältin Emelie Jansson als seine Verteidigerin. Zusammen mit dem Ermittler ihrer Kanzlei, Teddy, betreibt sie Nachforschungen, und erkennt schnell, dass der Fall weit in die Vergangenheit reicht und sie in einen Strudel aus Intrigen und Geheimnissen führt.

So turbulant, düster und spannend der Thriller beginnt, so schnell verliert er auch wieder an Fahrt. Viele Perspektiven, viele Handlungsstränge, eine große Anzahl an Personen bringt leider wenig Spannung rein, sondern erschwert eher ein wenig den Einstieg. Versteht das nicht falsch: der Thriller ist durchaus gut geschrieben, der Plot super, er ist nur etwas langatmig. Mehr als 600 Seiten sind für Fantasy und Science-Fitction Romane durchaus angebracht, denn hier wird eine vollkommen neue Welt entdeckt. Ein Mord, wie komplex er auch sein mag, bringt aber nicht so viel Potential mit sich. Wäre das Buch 300 Seiten kürzer hätte es einen wesentlich deutlicheren Spannungsbogen. Der Schluss nimmt dann noch mal Fahrt auf und führt die Handlungsstränge zusammen.

Geduld ist eine Tugend und wird durchaus belohnt. Ob ich die Geduld für diesen Thriller noch mal aufbringen würde kann ich aber nicht beantworten.