Sehnsucht nach Mill River

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helga Avatar

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Mary McAllister ist alt, krank und dem Tode nah. Ihr Leben war sehr schwierig und einsam, ihr einziger Freund, der ihr noch geblieben ist, ist der Priester Michael. In Rückblenden erfährt man den Lebensweg von Mary und ein großes Geheimnis, das sie noch hütet.

Gleich zu Beginn lernt man die Menschen von Mill River kennen. Mary, die alleine auf einem Hügel in einer Marmorvilla lebt, Angst vor den Menschen hat und seit Jahrzehnten das Haus nicht mehr verlässt. Nur der Priester, Father O’Brian, mit dem sie vor vielen, vielen Jahren Freundschaft geschlossen hat, besucht sie immer wieder und erzählt ihr von den Bewohnern der Stadt.

Von den Polizisten, ihren Familien und ihren Dienstalltag. Einer davon Kyle Hansen hat sich nach dem Tod seiner Frau nach Mill River versetzten lassen, um mehr Zeit für seine neunjährige Tochter zu haben. Auch die Lehrerin, Claudia Simon, hatte private Probleme und ist nach Mill River gezogen, um einen Neuanfang zu starten. Und nicht zu vergessen Daisy Delaine, die in einem Wohnwagen lebt und geheimnisvolle Tees braut, die sie dann verkauft.

Das Leben von Mary wird in einem Hauptstrang ab 1940 erzählt. Da lernt sie mit 19 Jahren den reichen Patrick McAllister kennen und heiratet ihn. Sie hat aber in der Schule ein schreckliches Erlebnis gehabt, wovon nur ihr Vater etwas weiß, und ist deshalb sehr scheu und möchte nicht unter fremde Menschen. Der Großvater von Patrick, Conor McAllister, lässt ihr in Mill River, in der Nähe ihres Vaters, die große Marmorvilla am Hügel bauen, welche sie fast nicht verlässt.

Die Ehe ist nicht glücklich und Mary erlebt eine schlimme Zeit. Großvater Conor und Father O’Brian, der sie getraut hat, sind ihre einzigen Freunde, die sie hat und die immer hinter ihr stehen. Am Ende ihres Lebens muss Father O’Brian noch einiges für sie erledigen und außerdem erzählt sie ihm von ihrem großen Geheimnis.

Der Autorin ist hier ein wunderschönes Debüt gelungen. Mich hat die Person der Mary sofort gefesselt, ihr Leben wird so intensiv erzählt, nichts wird beschönigt, aber es ist auch nicht kitschig. Überhaupt ist die Darstellung der einzelnen Personen sehr vielfältig und detailliert, man lernt sie sehr gut kennen und fühlt sich in Mill River sofort wohl. Obwohl es vielleicht etwas langsam beginnt, so konnte ich das Buch dann doch nicht aus der Hand legen.

Es ist auf jeden Fall eine sehr außergewöhnliche Geschichte, sie ist flüssig geschrieben, hat ein schönes Cover und der Buchschnitt mit Blumen, alles in Rosa gehalten, hat mir auch recht gut gefallen. Die Autorin Darcie Chan werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.