Wie ein gutes Parfüm

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libertetoujours. Avatar

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Rakel würde alles tun, um ihren Vater zu retten. Ihre Pläne, endlich genug Geld zu verdienen um seine Medikamente zu bezahlen werden allerdings jäh von einer Intrige zerstört. Und dann ist sie auch noch Hauptverdächtige einer schrecklichen Tat - im geheimen Garten bricht ein Feuer aus, der Prinz wurde vergiftet. Gemeinsam mit Ash, dem Leibwächter des Prinzen, muss sie ein Gegenmittel finden, um ihren Namen wieder rein zu waschen..



Der Einstieg ist mir zugegebenermaßen recht schwer gefallen. Die Autorin hat sich Mühe gegeben, ihre neue Welt so plastisch wie möglich darzustellen. Dazu gehören nicht nur ein Haufen Namen, die beim Versuch sie auszusprechen wohl einen Knoten in die eigene Zunge flechten würden, sondern auch ein Haufen Redewendungen rund um die Welt der Düfte. Eingangs hat mich das ins Stocken gebracht, im weiteren Verlauf erfüllt es allerdings den eigentlichen Zweck - man kann komplett abtauchen. Es lohnt sich also, dran zu bleiben und sich durch das erste Stückchen durchzubeißen. Bei all der Detailverliebtheit hätte ich mir als Leser allerdings eine ein wenig ausführlichere Einführung gewünscht - wie funktioniert die Hierarchie, welchen Sinn haben eigentlich die Dufthüterinnen und so weiter.. so muss man sich das im Laufe des Lesens selbst zusammen basteln und hat am Ende immer noch die eine oder andere Lücke.

Die Handlung selbst ist simpel aber spannend. Fast wie ein fantastisches Roadmovie kämpfen sich die beiden Protagonisten durchs Land auf der Suche nach den einzelnen Zutaten für das Gegengift. Wie nicht anders zu erwarten entspinnen sich auch schnell die ersten zarten Ranken einer Liebesgeschichte zwischen den beiden. Nachdem das aber durchgehend eher subtil bleibt hat es mich nicht gestört. Die beiden Protagonisten entwickeln auch erst im späteren Verlauf des Buches eine gewisse Tiefe - zu Beginn wirken sie sehr austauschbar, aber auch gefällig.

Trotz einiger Schwächen hat mich die Welt von Shadowscent in ihren Bann gezogen - vielleicht gerade wegen ihrer Fremdartigkeit.