Verdrehter, bizarrer Roman

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stephaniesabato Avatar

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Das Buch "Sirius" handelt von den Abenteuern des kleinen Foxterriers Sirius, geboren 1938 in Berlin, aufgewachsen im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron. Er hat das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte hautnah erlebt – angefangen bei den November-Pogromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs – sowie zwischenzeitlich die Flucht ins Exil nach Hollywood. Sirius nimmt sein Schicksal mit der melancholischen Heiterkeit, die nur dem klugen Foxterrier zu eigen ist. Das Leben eilt ihm dabei zu Hilfe: Es stürzt ihn in alle möglichen Katastrophen, aber es überrascht auch mit verblüffenden Wendungen ins Kuriose. Wie kommt es, dass aus dem kleinen Hund ein großer Held wird? Es geschehen eben noch Zeichen und Wunder. Der Roman ist eine abenteuerliche Zeitreise. Unterwegs treibt sich Sirius in der Weltgeschichte herum und trifft jede Menge Leute: JohnWayne, Mies van der Rohe, Marlene Dietrich, Joseph Goebbels, Professor Sauerbruch, Winston Churchill, Hermann Göring, Billy Wilder, Cary Grant und viele, viele andere. So wird er, zum Beispiel, Adolf Hitlers Trauzeuge, kurz bevor dieser mit Eva Braun in den Freitod geht und das Dritte Reich zusammenbricht.

Vorab: Ich mag normalerweise keine so verdrehten, bizarren Romane (ähnlich zum Beispiel "Der Hundertjährige, der....ihr wisst schon). "Sirius" ist nun so ein Roman, trotzdem hatte er etwas, was mich einen nicht so negativen Leseeindruck schreiben ließ. Die ganze Geschichte ist verquer und die Schreibweise des Autoren fand ich nun auch nicht 100% angenehm. Trotzdem hat der Roman stellenweise etwas, was einen innerlich schaudern lässt, vielleicht ist es Mitleid mit dem Hund, der so viel durchmachen muss?

Ich fand zudem die Stellen interessant, wo über das Leben der Juden im 2. Weltkrieg (und auch schon vorher!) erzählt wird. Vieles von dem ahnt man zwar, es aber schwarz-auf-weiß zu lesen ist schon etwas anderes.

Die ersten Abschnitte sind demnach ok - ganz albern wird es aber, als er wieder nach Berlin kommt und Hitler trifft, ja, sogar als Hundespion eingesetzt wird. Ich fand, das Ende hat das Buch etwas kaputtgemacht, der Autor hätte hier bei seinem Stil und bei der "normalen" Geschichte bleiben sollen.

Fazit: Das Buch ist ok, es lässt sich auch ganz gut lesen - überzeugt hat es mich jedoch nicht.