Die Lichter von Berlin

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Dass ausgerechnet die schüchterne und unerfahrene Caroline die Rolle der Julia erhält verwundert sowohl sie selbst als auch ihre beste Freundin Mia. Mia die aus einer bekannten Schauspielerfamilie kommt wird zur Maske verdonnert und von dem berühmten Ben van Behrens abgewiesen, der für Caroline schwärmt und den Romeo spielt. Caroline ahnt von der Zwietracht die Mia gegen sie hegt anfangs nichts und verschafft sich den Schlüssel zum Theater um dort auch abends Proben zu können, denn von der Aufführung hängt für sie ihre Zukunft und die ihrer Familie ab. Ihr Vater hat sich vor einigen Jahren vom Balkon gestürzt und Caroline mit ihrer nun perspektivlosen und depressiven Mutter, und ihrem kleinen Bruder Michi alleine gelassen.
Nachts bei ihren Proben im „Bimah“ erscheint ihr der geheimnisvolle und überaus attraktive Johannes Steiner, der ihr hilft sich besser in Julia hineinzudenken. Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Johannes nicht mehr lebt, denn vor mehr als 70 Jahren wurde er von seiner damaligen Freundin während der „Romeo und Julia“ Aufführung erstochen und mit einem Fluch belegt. Erst wenn er sich selbst vergisst und seine ganze Liebe einer anderen Person anvertraut wird er erlöst werden und endlich sterben können.
Bei den nächtlichen Proben verlieben sich Caroline und Johannes ineinander und lernen sich immer besser kennen. Beiden ist schmerzlich bewusst, dass diese Liebe sie für immer voneinander trennen kann, doch ohne einander können sie nicht mehr.
Der Tag der großen Aufführung rückt immer näher, währenddessen Mia immer mehr Hass in sich aufstaut, der sich in einem großen Finale entlädt.
Zum Unglück von Caroline und Johannes.


„Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“. Die Autorin hat es gefühlt und mich als Leser gefesselt beziehungsweise erjagt. Eine wunderbare Geschichte, die der von Romeo und Julia nicht ungleich. Beide Schicksale sind zum Scheitern verurteilt, beide Paare kämpfen um die Liebe. Was mich besonders freut ist, dass das Buch wirklich hintergründig ist und man über viele Dinge nachdenken kann, zum Beispiel die Bedeutung des Penners, der ständig vorm „Bimah“ herumlungert. Johannes ist im „Bimah“ gefangen, der Penner kann nicht hinein, noch nicht einmal als es noch abgefragt war. Caroline ist zu dem Penner so nett, solange sie gute Stimmung hat und lässt den Zorn, der sich bei dem Streit mit Johannes in ihr aufbaut ungerechtfertigt an den Penner aus.
Der Schreibstil ist sehr fließend und man hat kaum Stellen, an denen man aufhören will zu lesen, auch die ab und an vorhandenen Gänsehaut-Stellen haben mich gefesselt.

Von mir bekommt dieses Buch 3,5 von 5 Sternen, vor allem, da mir das Ende nicht gefallen hat. Aber da stellt sich mir die Frage „Wen hat denn schon das Ende von Romeo und Julia vollends zufriedengestellt“