Stadt- versus Landleben

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solifera Avatar

Von

 

Stadt, Land - Schluss

Judith O'Reilly

 

**Kurzinhalt**

Das autobiografische, aus einen Blog entstandene Buch beinhaltet den Zeitraum von August 2005 bis Februar 2008. Die Protagonistin, schwanger, bereits 2 Kinder und verheiratet, wohnte lange Zeit mit ihrem Ehemann mitten im Londoner Stadtleben. Nun da sie das dritte Kind erwartet, hat sie ihr Mann mehr oder weniger dazu überredet mit ihm aufs Land nach Northumberland zu ziehen. Nur widerwillig folgt sie ihm, denn sie liebt ihn und will ihm seinen Traum nicht verderben. Doch ist sie nicht wirklich glücklich. Sie findet es öde und kalt und möchte eigentlich viel lieber zurück nach London. Eine gute Zeit lang zumindest. Dann adaptiert sie sich zunehmen und findet neue Freunde und Bekannte. Aber wird sie auf Dauer mitten in der Pampa bleiben, bei einem Ehemann, der wirklich nie da ist? Oder wird es sie nicht eventuell zurück in die große Stadt ziehen?

 

 

**Stil und Sprache**

Der Schreibstil ist mal mehr, mal weniger flüssig, was daran liegt, dass die entsprechenden Kapitel unterschiedlich lang sind. Es ist im Tagebuchstil gehalten, und jedes "Kapitel" entspricht den Geschehnissen eines Tages, mal nur eine knappe halbe Seite lang, oder auch mal 3 und 4 Seiten.

 

**Figuren**

Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist Judith, ihre [im Laufe des Buches] 3 Kinder sowie ihren Ehemann nennt sie nie beim Namen, immer sind es der zwei/drei-Jährige und der vier/fünf-Jährige, dann noch das Baby/die Kleine. Dass ihre Mann Alastair heißt, kann man der Widmung am Anfang des Buches entnehmen. Auch alle anderen Personen haben keine "echten" Namen, sondern heißen etwa "London-Diva" oder "Islington-Beauty". Wahrscheinlich um die Anonymität der Betreffenden zu gewährleisten.

Judith wird als übereifrige Mutter gezeichnet, die alles für das Wohl der Familie zu tun scheint und auch mal ihre eigenen Wünsche zurückschraubt und versucht, sich anzupassen. Alle anderen Charaktere bleiben mehr oder weniger farblos und tauchen nur gelegentlich auf.

**Persönliche Meinung**

So etwa bis zur Hälfte fand ich das Buch noch einigermaßen spannend und witzig, weil es wirklich einige super-komische Passagen gab. Aber danach, spätestens als zum x-ten Mal das Auto wegen eines leeren Tankes stehn bleibt oder erneut Schlüssel verschwinden, war die Luft irgendwie raus und es war nicht mehr lustig.
Eine nette Lektüre für zwischendurch vielleicht, die eher einschläfernd als erheiternd ist. Und das Ende war absolut nicht so wie ich es vielleicht vermutet hätte, sondern leider anders. Sorry, aber es gibt Besseres ![](http://www.vorablesen.de/modules/fckeditor/fckeditor/editor/images/smiley/msn/sad_smile.gif)