Manchmal ein bisschen zu überspitzt.

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libertetoujours. Avatar

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Leni ist verliebt, aber vollkommen überzeugt davon dass sie viel zu unattraktiv für ihren Schwarm ist. Paula hat Talent, aber Eltern die ihr auf dem Weg ihren großen Traum zu erfüllen Steine in den Weg legen. Amelie hat alles, außer eine funktionierende Familie, denn ihre Eltern wollen sich scheiden lassen.
Eine App verspricht eine Lösung für alle drei - die Erfüllung ihrer größten Wünsche.

Sowohl Cover als auch Klappentext versprechen ein niedliches Buch für jüngere Leser - angenehm leicht, zum Schmunzeln, zum Mitfiebern und eben mitten aus dem Leben von Jugendlichen.
All das erfüllt es auch. Der Schreibstil passt perfekt auf die angestrebte Altersgruppe und - davon war ich wirklich überrascht - ist auch tatsächlich authentisch. Die eingeschobenen Nachrichten zwischen den drei Mädels lockern das Ganze nochmal zusätzlich etwas auf.
Wirklich begeistert war ich von der Freundschaft, die sich zwischen den dreien entwickelt. Ich finde, sowas kann Mut machen. Der ganz normale Teenagerwahnsinn scheint ja manchmal unüberwindbar - so lange ist das bei mir ja auch noch nicht her, ich kann mich da noch prima dran erinnern - aber mit ein paar guten Freundinnen wird eben alles besser.

Ältere Leser können sich ziemlich fix denken, dass wir hier auf ein rosarotes Zuckerwatte - Happyend zusteuern, aber jüngere Leser können sich prima mit unseren Protagonisten identifizieren und mit ihnen mitfiebern.
Wobei genau beim identifizieren auch die Probleme anfangen, die ich mit diesem Buch habe.

Abgesehen von der Tatsache, dass es hier mit einem Achselzucken abgetan wird, dass sich junge Mädels mit fremden aus dem Internet treffen kreist das ganze Buch viel zu sehr um das gängige Schönheitsideal.
Klar, die Botschaft soll letztlich sein, dass jeder schön ist wie er ist, aber nichts desto weniger stolpert Leni, mit einer ganz normalen, durchschnittlichen Figur und keineswegs gesundheitsgefährdend dick, von einer Diät in die nächste und wird als undiszipliniert bis in die letzte Zelle dargestellt. Finger schon wieder in der Schokischublade? Na, ist ja klar, dass die so aussieht wie sie aussieht.
Als Erwachsener kann man das sicher noch gut differenzieren und erkennen, dass das eben alles nur in Lenis Kopf ist. Teenager, die derart verqueres Denken gerne mal aufsaugen wie kleine Schwämmchen? Schwierig, meiner Meinung nach.

Mir hat das Lesen Spaß gemacht - ob ich das Buch einem zehn, elfjährigen Mädchen zu lesen geben würde weiß ich allerdings nicht.