Ein richtiger Albtraum

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helga Avatar

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Nach der Eröffnungsfeier ihres Cafés wird Lara Simons überfallen, kann sich aber mit viel Mühe retten und kommt mit ein paar Schnittwunden davon. Hauptkommissarin Sylvia Hausmann und ihr Kollege Magnus Kern von der Mordkommission erklären ihr, dass es sich aufgrund Laras Verletzungen um einen Serienmörder handelt, der bereits vor zwanzig Jahren Berlin unsicher gemacht hat. Er wurde der „Trancheur“ genannt, hat sich dann aber einige Monate ruhig verhalten, und nun fängt er plötzlich wieder zu morden an. Laut den beiden Kripobeamten gibt es auch nur eine Gemeinsamkeit, die die Opfer verbindet, und das ist das Aussehen, alle sehen sich ähnlich.

Als Lara am nächsten Tag zum ersten Mal ihr Café aufsperren will, findet sie es völlig verwüstet vor und der Hinweis „Ich krieg dich, Nutte!“ wurde an die Wand geschrieben. Hausmann und Kern erklären Lara, dass sie ins Zeugenschutzprogramm und Berlin verlassen muss. Lara ist verzweifelt, sie kann doch nicht ihr ganzes Leben zurücklassen. Sie ist geschieden und lebt alleine mit ihrer sechsjährige Tochter Emma, aber gerade wegen ihr muss sie dem zustimmen. Nicht einmal mit ihrem besten und treuesten Freund Torben darf sie in Kontakt bleiben. Torben ist schwul und Gerichtsmediziner an der Berliner Charité und als einziger Freund immer für sie da gewesen.

Linda befindet sich nun seit sechs Jahren auf Rügen und hat endlich wieder ihr Leben halbwegs im Griff. Sie hat eine Umschulung zur Hotelfachfrau gemacht und ist bei Frank Burlacher, der auch ihr Lebensgefährte ist, in der Familienpension beschäftigt. Er kennt sie allerdings nur als Karoline Wöhler und weiß nichts von ihrem alten Leben. Als Linda nach einer Reitveranstaltung ihrer Tochter gefilmt und der Beitrag überall ausgestrahlt wird, geschehen auch auf Rügen viele unheimliche Dinge und Linda ist der Meinung, dass der Mörder sie gefunden hat.

Eine spannende Story, die sich sehr flüssig lesen lässt und auch den Spannungsbogen durchgehend hält. Es kommt zu keinen in die Länge gezogenen Passagen, da dauernd irgendetwas passiert. Sehr gut gefallen haben mir auch die Personen, die wirklich detailliert dargestellt werden und ich konnte sie mir daher alle sehr gut vorstellen.

Selbst der Mörder kommt zum Zug, indem abwechselnd zwischen der Gegenwart und 1979, dem Beginn der Morde, erzählt wird. Andreas von Bülow, der Serienmörder, legt die Hintergründe und seine Motive dar und trotzdem sind die Möglichkeiten, ihn zu entlarven vielfältig und man befindet sich schon mal auf der falschen Spur. Gegen Ende spitzt sich die Lage enorm zu, die Spannung steigt und die Überraschung ist groß. Ein toller Thriller, den ich sehr gerne gelesen habe.