Eine Heldin, wie sie im Buche steht ..

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zombody's thoughts Avatar

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"Und das ist das echt Üble am Winter in Cutler County - eigentlich nicht so sehr die Kälte, mehr die Tatsache, dass es sich irgendwann persönlich anfühlt."





„Sweetgirl“ ist meiner Meinung nach ein Buch, dass man entweder mag oder es absolut absurd findet. Für mich ist Travis Mulhauser‘s Debüt ein absolut grandioser Roman, den ich definitv re-readen werde.



Zu Beginn wird man mit einer ordentliche Prise Zynismus in eine eigentlich dramatische Geschichte geführt. Das machte mir den Einstieg leichter, auch wenn mit jeder weiteren Schneeböe ein wenig Leichtigkeit genommen wurde. Durch wechselnde Erzählperspektiven lernt man die überschaubare Anzahl an Charakteren kennen und schließt sie ins Herz. Ich konnte tatsächlich jedem Protagonisten etwas Positives abgewinnen und sei es nur der Situationskomik wegen gewesen.



Die Geschichte hat mich mitgerissen und mitempfinden lassen, wie ich es nicht erwartet hatte. Sie ist voller überraschender Wendungen, Schreckensszenarien, Luft – anhalt - Momenten und einer wahren Heldin. Die kurzen Kapitel und deren folgenden Perspektivwechsel sorgten für einen im Nacken kitzelnden Spannungsbogen und hinterließen ein dickes Knäuel Energie. Auch das Ende konnte mich überzeugen, denn ist zwar knallhart, aber eben nur dadurch stimmig und realitätsnah.



Der Klappentext wird dem Buch leider nicht gerecht, aber er hinterlässt ja einen ersten Eindruck & wem bei diesem ein leichtes Lese – wollen – Gefühl

überkommt, sollte sich definitiv an dieses Buch wagen.



Das Cover ist schlicht, ein wenig kühl und schön. Meinen persönlichen Geschmack trifft es vollends, aber ich denke, dass es auch der Geschichte gerecht wird.



Ich habe geschmunzelt, geweint & mitgelitten – deshalb gibt es für mich nur eine klare Bewertung. 5 von 5 zarten, aber eisigen Schneeflocken.