Tabu-Morde

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Reilly Steel war in den Staaten als Profilerin sehr erfolgreich, nun nimmt sie eine Stelle in Irland an, dem Heimatland ihres Vaters. Die neuen Kollegen sind überwiegend recht skeptisch, lediglich Chris, ein recht jung aussehender Polizist, steht von Anfang an hinter Reilly und unterstützt sie. Denn der Fall ist verzwickt, ein junges Pärchen wird nackt tot aufgefunden, die Frau erschossen, der neben ihr liegende Mann so zugerichtet, dass er nicht identifizierbar ist. Ermittlungen ergeben jedoch, dass die junge Studentin zur Zeit gar keinen Freund hatte.
Doch es kommt noch skurriler, Reilly findet heraus, dass die beiden Geschwister waren. Außerdem entdeckt sie ein Buch von Sigmund Freud am Tatort, was ihre Kollegen aber größtenteils als Zufall abtun, denn schließlich studierte die junge Frau Psychologie. Reilly aber ist überzeugt, dass es etwas zu bedeuten hat. Besonders, nachdem sie eine Verbindung zu einem anderen, eigentlich als Selbstmord abgehakten Fall entdeckt.
Dann geschieht ein weiterer Mord, das Opfer aß jedoch vor seinem Tod Menschenfleisch. Kurz darauf findet man eine junge Krankenschwester und ihre Großmutter tot auf, wie es aussieht, wurde die Großmutter von ihr getötet.
Reilly ist sich inzwischen sicher, ein Muster zu erkennen: der Täter bricht absichtlich Tabus. Und immer gibt es Hinweise auf Werke von Sigmund Freud am Tatort …

Dieses Buch hat mich wirklich in Atem gehalten. Schon nach wenigen Seiten wurde es so spannend, dass ich es kaum mehr aus der Hand legen mochte. Der Fall ist wirklich sehr verzwickt, laufend kommt etwas Neues heraus, der Leser tappt dabei jedoch ebenso im Dunkeln wie Reilly und ihr Team. Erst nach und nach fügen sich die einzelnen Teile zusammen und bringen Hinweise zur richtigen Spur. Ab da wird es dann jedoch keineswegs langweilig, denn auch nachdem das Geheimnis um den Drahtzieher der Morde gelüftet ist, bleibt es durch eine sehr dramatische Wendung spannend.
Reilly hat mir sehr gut gefallen, sie ist eine sympathische Protagonistin, die zwar einen ganzen Rattenschwanz an Problemen hat, aber dies wirkt nie zu viel oder übertrieben, auch ihr Umgang damit kommt glaubwürdig rüber. Die anderen Figuren sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet, auch die Nebenfiguren mit kleineren Parts.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Beziehung zwischen Reilly und Chris mehr Fahrt bekommt, streckenweise stagniert sie völlig, da wäre vorher schon etwas mehr schön gewesen und nicht erst kurz vorm Ende, wo dann alles doch etwas zu schnell geht und dadurch abgehackt wirkt.
Das ist aber auch mein einziger kleiner Kritikpunkt. Der Roman ist super spannend, der Schreibstil absolut klasse, die Handlung wirklich ungewöhnlich, von mir daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung an alle, die gerne mal ein richtig fesselndes Buch lesen wollen.