Ein leckeres

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Ein leckeres Krimimenue:

 

Ein Luxemburger Koch, Xavier Kieffer, hätte es durchaus zum Sternekoch gebracht, jedoch baut er sich eine Existenz fernab jeglicher Touristenmeile und diverser Restaurantführer auf. Er bewirtet seine Gäste mit plaisir und regionalen Spezialitäten. Wer Sternen besitzt, der müsse sich permanent um diese kümmern, damit sie ihm nicht wieder abhanden kommen. Das wiederum hat unnötigen Stress zur Folge. Sein Lehrmeister in Frankreich besitzt bereits Sterne und wird im Restaurantführer der Spitzenköche geführt. Kieffers Gäste kommen auf Empfehlung ehemaliger Gäste. Eines Tages besucht wider Erwarten ein Restaurantkritiker Kieffers kleines Lokal. Damit nicht genug. Noch vor dem Servieren des Desserts bricht er über seinem Teller zusammen und ist tot. 

Da das Restaurant vorerst geschlossen bleiben muss, beschließt Kieffer, selbst zu recherchieren. Er fliegt nach Paris ins Verlagshaus des Kritikers und trifft sich mit der Verlagsleiterin. Er erfährt, dass der Tote am Tag zuvor Gast im Lokal seines ehemaligen Meisters war. Die Spur wird heiß. Das genannte Restaurant findet er in Schutt und Asche vor und sein „Ziehvater“ ist nicht auffindbar. Kieffer suchte nach Spuren und entdeckt – für Polizisten bestimmt nicht auf den ersten Blick als Spur erkennbar – ungewöhnliche Speisen in der (geheimen) Testküche des Sternekochs, fernab des abgefackelten Restaurants. Unter anderem entdeckt er eine Frucht, die er noch nie zuvor gesehen hat, und untersucht sie gründlich. Da es sich um etwas Exotisches handelt, ist ihm klar, dass diese Frucht eine tragende Rolle spielen muss. Doch woher kommt sie und warum ist sie und ihr „Drumherum“ wohl so besonders. Die Suche führt ihn nach Paris und Genf und er kommt so manchen dubiosen Geschäften und skrupellosen Unmenschen auf die Spur.

Der Roman ist spannend und flüssig erzählt. Auch wenn einige sehr spezielle Wörter des Küchenfachjargons auftauchen und diverse Ausdrücke auf Französisch sind, werden auch nicht-frankophile Leser ihren Spaß am Lesen haben. Der Plot ist schlüssig und die Figuren wurden mit Liebe zum Detail charakterisiert. Allein Kieffers Freund, der Finne, lässt immer wieder ob seiner Sprüche und Einwände schmunzeln.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und hatte immer wieder Lust zum Kühlschrank zu laufen, weil mir während des Lesens immer wieder der Appetit auf gute Küche in die Quere kam. Wären Rezepte dabeigewesen, ich hätte sie gewiss nachgekocht. Der Schluss war etwas einfach gestrickt, nach dem der Plot so interessant war. Aber insgesamt war die Geschichte richtig klasse, ein wirklich guter Krimi. Und nicht zu dick!  

![](http://www.vorablesen.de/modules/fckeditor/fckeditor/editor/images/smiley/msn/regular_smile.gif)Mir gefiel ganz besonders, dass Kieffer in Luxemburg lebt. Das ist mal ein Ort, der nicht so oft in Krimis vorkommt und die Geschichte für mich schon im vorhinnein interessant macht. Ich würde das Buch, ohne mit der Wimper zu zucken, meiner Cousine als auch deren Mutter schenken. Es ist spannend, kurzweilig und einfach gut. Danke, dass ich für dieses Buch Kritik üben durfte!