Ein neues Leben für Ilja

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manur. Avatar

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Der 27-jährige Ilja ist nach Verbüßung seiner Haftstrafe endlich auf dem Weg nach Hause. Sieben lange Jahre saß er in einer Strafanstalt am Ural - unschuldig. Der Fahnder Petja, der von Ilja nur das Schwein genannt wird, steckte ihm bei einer Drogenrazzia ein Tütchen Kokain zu, um den aufmüpfigen jungen Studenten zum Schweigen zu bringen und ihm zu zeigen, wer das Sagen hat. Ilja hatte viele Jahre Zeit, über diese Tat und sein Leben nachzudenken und kam zu dem Entschluss, dass er dem Schwein verziehen hat. Doch das Leben nach dem Gefängnis meint es auch nicht unbedingt gut mit Ilja und er tut, was er nicht tun wollte: er tötet das Schwein und erschleicht sich ein neues Leben. Eines, von dem er glaubt, dass es ihm eigentlich zusteht.

Bücher von russischen Autoren sind etwas ganz Besonderes. Sie sind so anders und kaum mit einem Stil zu vergleichen. Sie sind einzigartig und dieser Roman von Dmitry Glukhovsky beweist dies ganz eindrücklich. Diese Düsterkeit, die den Russen nachgesagt wird, wird mit jeder Silbe deutlich. Alles klingt trist und grau, groß, weitläufig, starr und doch spürt man als Leser diese Tiefe und Sehnsucht, die aus den Seiten spricht. Die Geschichte, die der Autor in "Text" erzählt, ist so unglaublich erschüttern und fesselnd, dass man jede Sekund mit Ilja hofft und bangt. Auch die Sprache Glukhovskys und sein Schreibstil sind bezaubern! Jeder Satz ist so durchdacht, so auf den Punkt - einfach fantastisch! Und auch die Form des Romans mit diesen kurzen Zusammenfassungen zur Kapitelabrenzung sind clever gemacht, spannend und sehr einzigartig. Es sind Etappen in Iljas Leben, die wir teilweise sehr ausführlich und dann wieder ganz knapp erzählt bekommen. "Text" ist ein einzigartiger Roman mit gewaltiger Sprache, der ein absolutes Lese-Muss ist!