Gefühlswelt eines Teenagers

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dianab Avatar

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Emma Cline erzäht in „the Girls“ eine beeindruckende Geschichte über das Erwachsenwerden. Evie Boyd, ein Teenagermädchen, versucht die Erwartungen der Gesellschaft die Erwartungen ihrer Mutter, ihrer besten Freundin Connie und besonders die Erwartungen der Männer zu erfüllen. Alle diese Menschen beachten sie mehr oder weniger nicht. Evie möchte Aufmerksamkeit und weiß nicht wie sie die bekommen kann. Mit diesem Wunsch gerät sie in den Strudel von Suzanne, die eine „Jüngerin“ von Russel ist. Suzanne nimmt Evie mit in ihre ungewöhnliche Gemeinschaft, eine Art Sekte, die versucht unabhängig von den gesellschaftlichen Regeln zu leben. Sie wird in verschiedene Riten und auch in das Alltagsleben eingeführt. Hier bekommt Evie auf einmal ihre Anerkennung und die Aufmerksamkeit von Frauen und Männern. Sie fühlt sich aufgehoben. Und doch ist sie bloß ein Spielball von Russel und Suzanne.

Emma Cline schafft es den Leser sofort in die Geschichte zu entführen. Sie baut durch verschiedene Zeitebenen eine Spannung auf, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Der Leser merkt sofort, Evies Geschichte wird an einem Höhepunkt explodieren, um sie zu dem Punkt in der Zukunft, der gezeigt wird, zu führen. Aber es ist zu keinem Zeitpunkt klar, wie Evie an dieser Aktion beteiligt ist.

Evie selber ist ein typischer verzweifelter Teenager, in dem sich wahrscheinlich jeder in einzelnen Teilen wiedererkennen kann, auch unabhängig von der Zeit in der man aufgewachsen ist. Es ist interessant diese Geschichte von außen zu erleben, die Gefühlswelt einer jungen Frau zu erkunden. Es ist ein toller Roman aus Frauensicht geschrieben, diese Perspektive ist wichtig, solche Geschichten sollte es öfter geben.

Mich hat das Buch stark fasziniert. Ich konnte es nicht mehr weglegen, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Aus diesem Grund gebe ich vier Sterne.