The other girl

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dianab Avatar

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„The Other Girl“ von Maggie Mitchell sieht auf den ersten Blick nach einer klassischen Entführungsgeschichte aus. Zwei junge Mädchen werden einfach auf der Straße von einem Fremden in seinem Auto mitgenommen, in eine Waldhütte verschleppt und dort über einen Sommer festgehalten. Doch dies ist nur der Ansatzpunkt der Geschichte. Maggie Mitchell erzählt wie es danach weitergeht, wie sich die beiden durchs Leben schlagen. Sie gehen sehr unterschiedliche und vor allem getrennte Wege, aber letztendlich führt sie ihre Vergangenheit wieder zusammen.

Die Story plätschert so vor sich hin, ich habe sozusagen nach jeder Seite darauf gewartet, dass etwas spektakuläres oder unvorhergesehenes passieren wird. Dies war aber aus meiner Sicht bis zum Schluss nicht der Fall. Möglicherweise bin ich auch einfach mit falschen Erwartungen an die Sache rangegangen. Der Buchdeckel verspricht die Antwort auf die Frage „Wovor haben wir Angst?“ Ich habe diese Antwort in diesem Buch leider vergeblich gesucht. Selbst das Thema Angst wird mehr oder weniger nur am Rande gestriffen.

Die Charaktere sind aus meiner Sicht eher schwach umrissen und finden auch im Laufe der Geschichte keine Tiefe, aus manchen Personen, z.B. Delia hätte die Autorin sehr viel mehr machen können. Es wird viel angdeutet und versprochen, das dann später nicht weiter erzählt wird. Das fand ich etwas schade.

Auch wenn die Geschichte nicht meinen Erwartungen entsprach, konnte ich das Buch doch nicht weglegen, bis ich es zu Ende gelesen hatte. Dementsprechend scheint es Maggie Mitchell doch gelungen zu sein mich daran zu binden und die Neugier zu wecken, wie diese Geschichte zu Ende gehen wird. Alles in allem gebe ich hier solide 3 Punkte, obwohl aus meiner Sicht auch 3,5 Punkte verdient wären. Aber das gibt das Bewertungssystem leider nicht her.