Genau richtige Mischung zwischen Romantik und Spannung

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fiordilatte Avatar

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In dem Roman „Tochter des Drachenbaums“ geht die Autorin Susanne Aernecke einen gewagten Weg: Sie verknüpft eine moderne Krimihandlung, die in der heutigen Zeit in Europa spielt, mit der Geschichte eines Eingeborenenvolkes auf La Palma, die 500 Jahre zuvor stattgefunden hat. Diese Verbindung erfolgt über einen Pilz, der eine Art Halluzinationen, beziehungsweise Traumverbindung bewirkt und nebenbei jede Krankheit heilen kann. Und hier wird es spannend, da die zuvor so rationale Handlung ein wenig ins Fantasievolle und Übersinnliche abdriftet.

Diese Verbindung war mir vor dem Lesen des Buchs etwas suspekt und ich habe mich gefragt, ob die Handlung wohl zu kontrastreich und dementsprechend lächerlich erscheinen würde. Aber ich wurde positiv überrascht: Die Protagonistin Romy ist Ärztin und der Leser wird mit ihr zusammen an die Kanaren-Thematik herangeführt. Auch Romy ist anfänglich demgegenüber skeptisch, sodass ich mich gut in die Handlung eingefunden habe. Natürlich muss man sich auf die Story vom Naturvolk um Iriomé und ihrem Wunderpilz einlassen. Wem so etwas nicht gefällt, für den ist das Buch wahrscheinlich nicht das richtige.

Eine weitere Überraschung war für mich die erstaunlich spannende Handlung. Ich habe erwartet, dass es sich bei dem Buch um einen Frauenroman handelt und die enthaltenen Liebesgeschichten sprechen garantiert eher die weibliche Leserschaft an. Trotzdem erhalten beide Handlungsebenen – vor 500 Jahren und heute – packende Spannungsmomente, die teilweise überraschend, brutal und tragisch sind. „Tochter des Drachenbaums“ ist ein Buch zum Mitfiebern, das bis zum Ende spannend bleibt!

Die Autorin bemüht sich um logische Zusammenhänge, besonders zwischen den zwei Handlungsebenen, trotzdem werden einige (wenige) Dinge nicht aufgeklärt. Mit großer Freude habe ich entdeckt, dass bereits ein zweites Buch in Planung ist und bin gespannt, wie es an dieses anknüpft.

Zuletzt ist noch das aufwändig gestaltete Cover zu erwähnen, das mit dem ausgestanzten Bogenfester schon scheinbar einen Blick in Iriomés Welt gewährt. Ich komme zu dem Schluss, dass das Buch alle begeistert, für die die Thematik nicht zu übersinnlich ist und die die genau richtige Mischung zwischen Romantik und Spannung suchen.