Verbunden über Raum und Zeit:

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Das Buch beginnt mit Romy, die ihrem Hobby das Klettern nachgeht. Auf der Klettertour geht aber nicht alles glatt und sie stürzt in die Tiefe. Dabei hat sie eine Vision von Iriomé, die in jungen Jahren am Ritual ihrer Medinzinfrau teilnimmt und dort ungewollt deren Aufgaben übereignet bekommt. Iriomé muss der sterbenden Tichiname versprechen das Geheimnis um den heilenden Pilz "Amakuna" zu bewahren. Romy erwacht nach ihrem Sturz unverletzt und weiß nicht, ob es ein Traum oder Wirklichkeit war. Sie erzählt ihrer besten Freundin Thea davon, die an Krebs erkrankt im Krankenhaus liegt. Durch Zufall stößt Romy dann in einem Reisebüro auf ein Poster mit dem Drachenbaum unter dem die alte Medizinfrau gestorben ist. Ihre Nachforschungen führen sie und Thea dann auf die kanarischen Inseln. Dort begibt sich Romy auf die Suche nach dem Pilz, der alle Krankheiten heilen soll. Für die Gesundheit ihrer Freundin wichtig, aber auch für genug geldgierige Leute.

Geschrieben ist das Buch in der dritten Person und der Schreibstil ist relativ einfach gehalten, dass sich das Buch recht flüssig lesen lässt. Es werden also keine komplizierten Sätze und Fremdwörter verwendet. Außerdem erfolgt keine nervige Umgangssprache und es wird keine alte Sprechweise eingesetzt, was das Lesen vereinfacht. Allerdings hat die Autorin viele historische Fakten einfließen lassen, was sich meistens auch interessant lesen lässt. Teilweise wird die Handlung aber von den historischen Informationen überlagert und bremst deren Verlauf. Soviel wollte ich dann manchmal doch nicht wissen, da ich mehr an der Fortsetzung der Story interessiert war. Gut recherchiert sind die historischen Hintergründe auf jeden Fall und stützt besonders den Teil mit Iriomé.

Das Buch gliedert sich in zwei Abschnitte: zum einen Romy in der Gegenwart und Iriomé in der Vergangenheit. Insgesamt besteht das Buch aus 36 Kapitel, wo die Abschnitte mit den beiden Frauen immer wieder wechseln. Diese Zeitabschnitte bestehen dabei aus mehreren Kapiteln, die aber für Romy und Iriomé unterschiedlich gekennzeichnet sind. So kann man beim Lesen die unterschiedlichen Zeitebenen gut auseinanderhalten. Die Wechsel zwischendurch finde ich gut gemacht, da so keine Langeweile beim Lesen aufkommt. Es ist super, dass man erst nach und nach die Einzelheiten von Romy und Iriomé erfährt. Im Verlaufe der Handlung fügt sich alles immer mehr zusammen und offene Fragen werden beantwortet. In der ersten Hälfte vom Buch habe ich mich stärker mit Romy verbunden gefühlt, da sie von der Länge ihrer Abschnitte mehr dominierte und ich so mehr an ihrem Leben teilhaben konnte. Dies holte Iriomé dann aber wieder etwas auf und man wird als Leser auch mit ihr immer vertrauter. Beide Frauen kommen sympatisch rüber - ein wichtiger Aspekt, da sie die Hauptfiguren im Roman sind.

Stellenweise geht mir die Handlung zu schnell und zu einfach voran z.B. die direkte Suche nach dem Pilz auf der Insel und die damit zusammenhängende Reaktion ihrer Freundin Thea. Wird vorher noch viel auf die Gefühlswelt der beiden Freundinnen eingegangen, die man als Leser auch gut nachempfinden kann, flacht sie dort ab. Aber gerade dort wäre etwas mehr Feingefühl und Umsicht besser gewesen um die Story gefühlstechnisch am Laufen zu halten. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz bei beiden Frauen - Paralellen sind vorhanden, wo man bei Romy aber hofft, dass es bei ihr anders verläuft als bei Iriomé. Die Geschichte hat einen gewissen Spannungsgrad, der aber zwischendurch immer mal wieder einbricht. Es wird dann zu sehr auf gewisse Nebenhandlungen eingegangen, die nicht sonderlich wichtig für den Hauptteil sind und dementsprechend wird in den Abschnitten die Spannung abgeflacht.

Interessant ist auf jeden Fall die Schlussbemerkung, wo noch etwas auf den geschichtlichen Hintergrund eingegangen wird und Paralellen zur Realität gezogen werden. Also haben schon so einige im Buch eingebaute Personen und Gegebenheiten Hand und Fuß, wo ich immer für zu begeistern bin. Es wird am Buchende schon für den zweiten Band der Amakuna-Saga geworben und es gibt eine Vorschau auf die Fortsetzung. Diese hört sich schon sehr spannend an: es dreht sich dabei um die Tochter Sina von Romy. Mehr über die neuen Handlungsfiguren und ihre Hintergründe kann man auf www.amakuna-saga.de erfahren. Der erste Teil ist also schon irgendwie in sich abgeschlossen - zumindest kann man ihn auch gut abgetrennt von der Fortsetzung lesen.

**Auch auf Ciao zu lesen.**