Ein kleiner Journalist im großen Urwald

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lovelyanke Avatar

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Was habe ich die Bücher über Calra Vidalis verschlungen! Eines nach dem anderen. Anders ging es auch gar nicht. Sie waren viel zu spannend. An Politthriller hab ich mich bis jetzt auch noch nicht so herangetraut, doch Martin Fischer und sein Abenteuer sollten das jetzt ein für alle mal ändern. Deswegen hab ich mich jetzt sehr gefreut, dass Veit Etzold auch mal einen anderen Protagonisten hat. Einen jungen Journalist, der unterwegs ist zu seinem ersten großen Rechercheauftrag.

Martin Fischer arbeitet seit kurzer Zeit bei einer großen Zeitung in Berlin. Doch leider war noch kein großer Artikel für ihn drin, weil er Paparazzi für drittklassige Promis spielen muss. Doch eines Tages schickt ihn sein Boss "Flori, das Fass" zusammen mit seinem Kollegen Bernd nach Afrika. Die beiden sollen dort eine große Reportage über Dian Fossey und die Berggorillas schreiben. Kaum angekommen werden die beiden entführt und geraten in die Hände eines skrupellosen Warlords namens Otega. Dieser hat noch so einiges vor mit den beiden. Doch finden die beiden den Weg aus dem Dschungel und aus den Händen dieses Warlords? Vorbei an anderen Großmächten wie China und Russland, die da unten in Afrika auch einen ganz eigenen Krieg ausfechten? Nämlich den um kostbare Rohstoffe, die wir alle benötigen.

Veit Etzold hat ganz schön viele Charaktere diesmal für sein Buch verwendet. Deswegen war ich ganz froh über das Namensglossar gleich zu Beginn. Cliffhänger sind mit eingebaut, die das lesen noch spannender machen und es einem ganz schön schwer machen aufzuhören. Ein paar Wiederholungen sind zu lesen, die ich aber persönlich sehr hilfreich fand. Denn immerhin ist Afrika und die dort vorkommenden Rohstoffe ein wichtiges Thema für uns alle. Wer auf diesem Gebiet, so wie ich, leider nicht so form ist, der muss die eine oder andere Stelle dann doch nochmal nachlesen. Also beim lesen für so wenig Ablenkung wie möglich sorgen. Sonst könnte das Buch schnell langweilen, wenn man die schwierigen Passagen nicht versteht.

Nach dem Buch denke ich doch ganz anders über die ganze Technik nach, die wir hier im Westen haben. Muss es wirklich jedes Jahr ein anderes Handy oder ein besseres Tablet sein? Früher ging es doch auch ohne. Warum jetzt nicht mehr? Vor allem wenn es in Afrika wirklich so in den Minen zugeht wie Veit Etzold in seinem Buch beschreibt. Jedes Jahr sterben tausende Menschen, weil Minen einbrechen. Söhne werden zu Kindersoldaten, die schon von klein auf mit dem Tod konfrotiert sind und nichts anderes als töten kennen. Und überall haben die großen Nationen - Deutschland mit eingeschlossen - die Hände mit drinnen und nutzen die ärmliche Situation der Afrikaner schamlos aus. Und für was alles? Nur, damit ich mit meinem Handy schneller ein Buch auf Amazon oder sonstwo bestellen kann? Das sollte das eigentlich alles nicht wert sein.

Der Autor hat trotzdem einen super Politthriller geschrieben, den ich jedem nur ans Herz legen kann. Unbedingt lesen!