Einfühlsam und geheimnisvoll

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helga Avatar

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Sieben Freundinnen sind miteinander aufgewachsen und dann ist jede ihren eigenen Weg gegangen. Sie treffen sich nach dreiunddreißig Jahren wieder, in ihrem spanischen Heimatort Elda bei Alicante. Dabei wird viel über die Vergangenheit gesprochen und ein altes Geheimnis kommt wieder hoch, welches mit ihrer letzten Klassenfahrt zusammenhängt. Und dann stirbt plötzlich eine von ihnen. War es Selbstmord oder Mord?

1974 sind die sieben Mädchen Margarita (Marga), Magdalena (Magda), Teresa (Tere), Soledad (Sole), Candaleria (Candela), Carmen und Ana zwischen siebzehn und achtzehn Jahre alt. Sie sind eine zusammengeschweißte Clique, von ihren Vornamen verwenden sie nur die erste Hälfte, unternehmen alles gemeinsam und erzählen sich auch gegenseitig alles. Sie sind fröhlich und unbeschwert, bis zur letzen Klassenfahrt nach Mallorca, ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr so wie vorher. Irgendetwas ist passiert und dieses Geheimnis wird gut von ihnen gehütet.

2007 treffen sie sich wieder in ihrem Heimatort. Inzwischen sind alle um die fünfzig Jahre alt, einige haben nun ihre Namen in die zweite Hälfte des Vornamens geändert, also Marga in Rita, Magda in Lena und Tere wieder in Teresa. Bis auf Sole und Rita sind alle in Elda geblieben. Sole lebt zurzeit in Kuba und Rita in London. Rita kommt wieder nach Elda um die Wohnung ihrer verstorbenen Tante zu verkaufen und dabei treffen sich die Freundinnen wieder. Es ist eine große Freude und sie haben sich viel zu erzählen, wie es jeder in den letzten dreiunddreißig Jahren ergangen ist. Dabei stoßen sie natürlich auch wieder auf den Vorfall während der letzten Klassenfahrt 1974, über den nie gesprochen wurde. Lena ist daraufhin ganz verstört und lädt Rita zu sich nach Hause ein, diese findet sie aber tot in der Badewanne mit aufgeschnittenen Pulsadern.

Die beiden Erzählstränge von 1974 und 2007 wechseln sich ab und man erfährt nach und nach die kompletten Lebensgeschichten der Freundinnen. Dieses Buch hat mich von Anfang an begeistert, vor allem die sehr intensive Darstellung der einzelnen Personen, die total unterschiedlichen Charaktere und diese unglaubliche Geschichte. Auch mit ihren selbst erwählten Namen hatte ich keine Probleme, da sie sich ja von ihren richtigen Namen ableiten lassen und sogar das Umfeld wurde wunderbar eingebunden.

Diese wechselweisen Erzählungen ergänzen sich hervorragend, ohne dass Lücken entstehen. Die einzelnen Schicksale der Freundinnen haben mich sehr berührt und gefangen genommen. Jedes einzelne wird bis ins Detail erzählt und es kommt so einiges zutage, was ich gar nicht vermutet hätte. Begeistert hat mich auch die überaus einfühlsame Erzählweise, obwohl die Schicksale teilweise sehr tragisch sind. Der Aufbau ist sehr gut gelungen, und schon bald kennt man auch das Geheimnis, aber man weiß trotzdem nicht, wer Schuld daran hat. Daher hält die Spannung durchgehend an und nach und nach kommt Klarheit in den ganzen Ablauf.

Es war mein erstes Buch dieser Autorin und ich bin begeistert davon und auch der schöne Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.