Und morgen du

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eule90 Avatar

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Kommissar Fabian Risk zieht mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Theodor und Mathilda von Stockholm zurück in seine alte Heimat Helsingborg. Bei der Polizei in Stockholm gab es Probleme, die zu einer Kündigung führten, sodass Fabian in Helsingborg bei der Polizei neu anfangen möchte. Hier ist er aufgewachsen und er freut sich, seiner Familie die Gegend zu zeigen. Es bleiben noch die ganzen Ferien. Aufgrund der Probleme in Stockholm kam es zwischen Fabian und seiner Frau zu Eheproblemen, die jetzt zu lösen versuchen. Doch der gute Vorsatz scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Schon am Tag ihrer Ankunft in ihrem neuen Haus in Helsingborg macht Familie Risk Bekanntschaft mit Fabians neuer Chefin, Astrid Tuvesson.
Eigentlich soll Fabian erst nach den Ferien bei der Polizei in Helsingborg anfangen. Doch es geschieht ein Mord an einem seiner ehemaligen Klassenkameraden. Somit wird Fabian hinzugezogen, um eventuell bei der Aufklärung behilflich zu sein. Dem Toten wurden die Hände abgetrennt und Fabian hat schon bald eine Idee, warum dies getan wurde: Der Tote war bekannt als Schläger, hat immer nur seine Fäuste genutzt. Zusammen mit einem Freund hatte er es viele Jahre auf einen einzelnen Mitschüler abgesehen.
Auch wenn Fabian die Ermittlungen nach diesen Hinweisen seinen neuen Kollegen überlassen könnte, kann er es nicht lassen, sich immer wieder einzumischen. Er beginnt mit vielen Alleingängen, die zwar weitere Informationen bringen, ihm aber auch eine Menge Ärger mit seiner Chefin einhandeln. Diese ist nicht begeistert davon, dass ihr neuer Mitarbeiter sich an keine Regeln hält. Und noch einer Person ist nicht erfreut über seinen verfrühten Einstiegt bei der Polizei in Helsingborg: Fabians Familie. Bleibt doch die Zeit mit ihnen sehr auf der Strecke, so sehr Fabian sich auch bemüht. Als Konsequenz daraus zieht seine Frau schon bald zusammen mit Mathilda für die Ferien zurück nach Stockholm.
Der zweite Tote wird schon bald nach dem Ersten gefunden, mit abgetrennten Füßen. Er war der beste Kumpel des ersten Toten und hat im Gegensatz zu diesem statt der Fäuste seine Füße für Misshandlungen genutzt. Schnell haben die Polizisten einen Verdächtigen: Das Mobbingopfer der Beiden. Die Ermittlungen scheinen schon bald ein Ende zu haben, sobald der Täter gefasst ist. Doch dann gibt es eine unerwartete Wendung. Das Mobbingopfer ist bereits tot und kommt somit als Täter nicht infrage. Doch wer ist es dann? Die Ermittler stehen wieder am Anfang. Doch schnell haben sie neue, vielversprechende Spuren und eine grausame Erkenntnis: Der Täter scheint es auf die gesamten Schüler der Klasse abgesehen zu haben. Auch Fabian Risk gerät in die Fänge des Täters und mit ihm sein Sohn Theodor.

Es gibt in dem Buch einige Wendepunkte, die dem Leser das Gefühl geben, dass der Fall bald geklärt ist, doch schon einige Zeilen später wird dieses Hoffnung wieder zerschlagen. Besonders gut gefallen haben mir die Tagebucheinträge, die immer wieder eingestreut werden. Man ist sich als Leser sehr schnell sicher, dass sie vom Täter stammen und sie zeigen einem ein plausibles Motiv auf. Nur muss man gegen Ende des Buches feststellen, dass man sich mächtig getäuscht hat. Diese Tagebucheinträge sind nicht, wie vermutet etwa zwanzig Jahre alt und stammen vom Täter. Sie wurden erst vor Kurzem geschrieben und zwar von Fabian Risks Sohn Theodor. Der Moment in dem dies klar wurde, hat mich genauso geschockt, wie Fabian, der das Tagebuch seines Sohnes findet und nichts davon wusste, was dieser erleiden musste.
Auch hat es mir sehr gut gefallen, dass das Buch viele überraschende Wendungen beinhaltet, die eine sehr große Spannung aufbauen und viele Gelegenheiten zum miträtseln bieten.
Ich war von diesem Buch sehr schnell begeistert, auch wenn Fabian Risk irgendwie die Eigenschaften eines typischen Krimi-Ermittlers der heutigen Zeit trägt: Etwas zu selbstständig, wenn es nach seinen Vorgesetzten geht, ignoriert gerne jedwede Anweisung und bringt sich dadurch am Ende nur selbst in Gefahr, was dem Leser allerdings von Anfang an klar ist. Und doch ist Fabian Risk eine sehr sympathische Persönlichkeit, die ich als Leser gleich in mein Herz geschlossen habe. Ich hoffe, dass ich noch viele Geschichten mit dem sympathischen Ermittler Lesen darf und dass auch die Ermittlergruppe um ihn herum nicht in den Hintergrund rückt.
Eine Sache hat mich in diesem Buch außerdem häufig zum Schmunzeln gebracht: Fabians Sohn Theodor. Er ist die perfekte Figur eines Null-Bock-Jugendlichen. Ich denke jeder kann sich ohne weiteres in dieser Figur wiederfinden. Ich bin das Eine oder Andere Mal schier kurz vorm verzweifeln gewesen, als Fabian versuchte, sich seinem Sohn etwas anzunähern. Wie soll man das nur schaffen? Mein Respekt an dieser Stelle an alle Eltern, die diese Zeit mit ihren Kindern erfolgreich meistern!

Abschließend kann ich zu diesem Buch nur sagen: Ein absolutes Muss für alle Krimifans!