Weibliche Fliegerinnen zur Zeit des Nationalsozialismus

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Die Geschichte beginnt in den 1930er Jahren in Frankfurt: Amelie und Johanna sind die besten Freundinnen. Gemeinsam mit ihrer Fliegertruppe, die nur aus Frauen besteht, wollen sie nur eines: Segelfliegen und Pilotinnen werden! Ihr gemeinsamer Traum scheint allerdings zu zerplatzen, als Amelie sich in Johannas Fluglehrer Felix verliebt. Während für Johanna die gemeinsame Ausbildung zur Pilotin mit Amelie in Berlin immer noch an erster Stelle steht, kann Amelie sich ein Familienleben mit Felix und dem gemeinsamen Kind vorstellen. Aus Eifersucht begeht Johanna den folgenschweren Fehler und verrät Felix`geheimen Widerstandstätigkeiten gegen die Nazis ihrem Vater, der einen hohen Rang bei der NSDAP hat…

Der zweite Zeitstrang spielt in den 1980er Jahren, wo der Leser Amelies Tochter Lieselotte begegnet. Diese lebt in einer unglücklichen Ehe, die von ihrem Mann dominiert hat und hat keine gute Beziehung zu ihrer Mutter Amelie, was dadurch verstärkt wird, dass diese ihr nicht über ihren leiblichen Vater erzählt. Als Amelie einen Unfall hat und in dessen Folge sie im Koma liegt, besucht Lieselotte sie und zieht vorübergehend in ihre Wohnung. Gemeinsam mit der Nachbarin Marte, die ihre Mutter besser zu kennen scheint als sie selbst, findet sie etwas über Amelies Fliegervergangenheit heraus und schließlich auch über ihren leiblichen Vater.

Das Buch hat mir auf beiden Zeitebenen gleichermaßen Spaß gemacht zu lesen, in beiden Geschichten konnte ich mitfiebern. An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Hintergrundinformationen zu den Lebensumständen und ausführlichere Informationen auch über die Nebencharaktere gewünscht. Aber dies ist für eine Autorin nur positive Kritik- wenn der Leser gerne mehr erfahren hätte. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, sodass ich gut und schnell durch Buch gekommen bin. Das Cover hätte mich im Laden nicht angesprochen, obwohl es sehr gut zur Geschichte passt. Rückblickend betrachtet gefällt es mir sehr gut.

Großes Lob an die Autorin, ihr Vorwerk steht bereits auf meiner Wunschliste. Gerne weiterhin in diesem Genre schreiben, vielleicht aber etwas mehr ausgeschmückt, das würde ich mir wünschen. 