Verflucht seist du

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themistokeles Avatar

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Ich hatte vor diesem Roman noch keinen aus der Dühnford-Reihe von Inge Löhnig gelesen, kann daher aber auf jeden Fall sagen, dass man die Bücher auch einzeln sehr gut versteht und sich auch mit den Charakteren sehr schnell zu recht findet, die nicht sonderlich stark eingeführt werden, weil man sie ja eigentlich schon aus den anderen Teilen der Reihe kennen müsste, hätte man wirklich alles gelesen.

Von daher fand ich es schon sehr positiv, dass ich mich sehr schnell in dem Roman angekommen fühlte, ohne dass ich irgendwann einmal das Gefühl bekam, dass ich die Charaktere gar nicht einschätzen kann und vollkommen flach ausgearbeitet fand, sondern es ging alles sehr leicht und wäre vermutlich mit Kenntnis der Vorgänger noch schöner gewesen, da sich Charaktere über so viele Bücher ja doch auch entwickeln. Davon abgesehen, finde ich das Thema für diesen Krimi einfach sehr gut, da es einfach sehr aktuell ist und vor allen Dingen auch noch sehr lange aktuell bleiben wird. Die Gefahr, die aus den sozialen Netzwerken auf Kinder und Jugendliche ausgeübt wird, ist von vielen einfach noch zu sehr unterschätzt. Vor allen Dingen, wenn die Eltern dann an Gefahren denken, kommen ihnen zunächst erst einmal Fremde in den Sinn, die sich als etwas anderes ausgeben, als sie sind. Jedoch das seit einigen Jahren aufgekommene Phänomen des Cyber-Mobbings ist einfach noch zu neu, als das nicht sonderlich internetaffine Menschen wirklich auf die Idee kommen, auch zu gucken, dass das eigene Kind nicht in einen solchen Strudel gerät.

Vor diesem Hintergrund, ist nämlich der Fall aufgebaut, der einfach extrem spannend ist, mit den unterschiedlichen Jugendlichen, die man erst einmal einzuschätzen lernen muss, bei denen man zunächst lernen muss, wie die Verbindungen untereinander genau aussehen. Dabei haben sie gleichzeitig noch eine weitere Spur, die in eine ganz andere Richtung führt und man ist als Leser schon immer ein wenig hin und her gerissen, da beides wahrscheinlich klingt. Dadurch ist es einfach verdammt interessant und spannend den Ermittlungen zu folgen, besonders zwar in die Richtung des Cybermobbings, da dort gleich zwei Fälle interessant werden, aber auch in die Richtung der Drogenmilieus und vor allen Dingen auch der Familien der Toten.

Zudem kommt noch dazu, dass die Auflösung mich doch überrascht hat, denn auch wenn sie mir irgendwann zwischendrin auch mal in den Sinn gekommen war, schien es mir dann wieder unwahrscheinlich, obwohl alles vollkommen logisch und nachvollziehbar ist, das Motiv, die Durchführung etc. Es passt einfach super zusammen und ist auf dem Weg dorthin einfach spannend.

Ein ehrlich richtig guter Krimi, der mich dazu veranlasst mir auf jeden Fall noch die restlichen Bücher um Dühnford und sein Team anzugucken und dann auch mit dem ersten Band anzufangen!