Wer oder was ist vergessen?

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emilye Avatar

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Der Prolog von Elke Pistors "Vergessen" hat es direkt in sich. Die zwei Freundinnen Mia und Paula spielen auf dem Heimweg von der Schule verstecken. Mia lässt sich zu einer letzten Runde überreden, obwohl sie längst bei ihrer Großmutter sein sollte. Sie versteckt sich besonders tief im Gebüsch und wird hier von einem Mann entführt. Im darauffolgenden ersten Kapitel treffen zwei Männer aufeinander, die anscheinend eine gemeinsame Vergangenheit haben. Der eine ein abgewrackter Barbesitzer, der andere ein gut verdienender Zahnarzt. Und doch scheint der Barbesitzer etwas gegen den Zahnarzt in der Hand zu haben. Anschließend lernen wir die Kommissarin Verena kennen, die sich bemüht, sich neben ihrem Job noch um ihre demente Großmutter zu kümmern - was jedoch immer schwieriger wird, auch wenn ihre Kollegin versucht ihr den Rücken freizuhalten.

Insbesondere der Prolog hat mich bei dieser Leseprobe direkt gepackt. Mia weiß nämlich genau, was mit ihr passiert und versucht noch, sich durch Selbstverteidigungstritte, die sie in der Schule gelernt hat, zu befreien. Ich habe nur gedacht "Ja, du schaffst es, du musst es schaffen." Und war dann tief bestürzt, als dem nicht so war. Weiter lässt sich noch wenig erahnen, wohin die Geschichte führt. Der Schreibstil liest sich jedoch sehr angenehm und die Kommissarin war mir in der ersten Szene direkt sympathisch. Und da mich Elke Pistor definitiv mit dem Prolog gepackt hat, würde ich das Buch sehr gerne zu Ende lesen.