Elke Pistor - Vergessen

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Kommissarin Verena Irlenbusch ist gerade bei ihrer an Alzheimer leidenden Großmutter Ruth, als sie ihre Kollegin Leo über einen neuen Einsatz informiert - zwei Tote in einer Arztpraxis.
Verena zerreißt es das Herz, ihre Großmutter so krank und zerbrechlich zu sehen. Verena ist bei Ruth aufgewachsen, nachdem ihre Eltern - als sie zwei Jahre alt war - bei einem Autounfall ums Leben kamen. Verena möchte alles tun, um Ruth zu unterstützen, sie würde sich am Liebsten zerreißen, um ihrem Job und ihrer Großmutter gerecht zu werden. Doch nun ruft erst einmal die Pflicht. Als Kommissarin Verena Irlenbusch am Einsatzort eintrifft, sieht Sie auch schon den ersten Toten - einen Zahnarzt - auf dem Asphalt liegen. Doch von ihrer Kollegin Leo fehlt jede Spur. Kurz darauf erfährt Verena, dass Leo auf dem Weg zum Einsatz einen schweren Motorradunfall hatte. Zu ihrer Sorge um ihre Großmutter kommen nun noch die Sorgen um ihre Kollegin dazu, denn später erfährt Verena, dass die Möglichkeit bestünde, dass Leo querschnittsgelähmt bleibt.
Verena versucht ihre Sorgen beiseite zu drängen und konzentriert sich auf den Fall. Zu allem Überfluss wird ihr auch noch der übellaunige Kollege Christoph Todt als Leos Vertretung präsentiert, mit dem sich die Zusammenarbeit zu Beginn als sehr schwierig erweist.

Was zunächst auf einen Suizid bei dem Zahnarzt schließen lässt, entpuppt sich wenig später als Mord. Das Opfer weist eine Hohe Dosis LSD in seinem Körper auf. Und dies sollte nicht der einzige Mordfall bleiben. Weitere Morde mit der gleichen Methode folgen und lassen ein Muster erkennen, so dass klar wird, dass es sich hierbei um einen Serienmörder handeln muss.
Es taucht ein altes Foto auf, auf dem zwei Opfer zu sehen sind und erstmals kann eine Beziehung zwischen ihnen hergestellt werden.
Verena und ihr Kollege Christoph raufen sich im Laufe der Geschichte zusammen und akzeptieren den jeweils anderen nach und nach, so dass sie den Fall letztendlich erfolgreich lösen können.

Elke Pistor hat zu Beginn des Buches einen tollen Spannungsbogen aufgebaut. Leider verliert sich dieser nach der Mitte des Buches etwas, weil das Privatleben von Kommissarin Verena Irlenbusch zu sehr in den Vordergrund gerät. Zum Schluss wird es noch einmal richtig spannend. In dem Buch geht es im Gesamtkontext ums Vergessen – einmal die Krankheit von Verenas Großmutter und auch um eine alte und längst vergessene Schuld. Mir gefällt der Schreibstil von Elke Pistor sehr gut. Sie schreibt sachlich und doch gibt sie ihren Figuren eine tolle Persönlichkeit mit. Besonders Verena als Protagonistin gefällt mir gut. Allerdings sollte in der Fortsetzung weniger auf das Privatleben als auf den Fall eingegangen werden. Fazit: Ein gut zu lesender Krimi, der zum Schluss noch einmal in Spannung endet.