Komischer Krimi mit literarischem Beigeschmack

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Thomas Raab, der Autor des Buches, wurde 2017 mit dem erstmals verliehenen österreichischen Krimipreis ausgezeichnet. Und wenn man "Walter muss weg" gelesen hat, kann man nur sagen: zurecht!

Aber fangen wir von vorne an. Worum geht es überhaupt?
Der Krimi spielt in Glaubenthal, einem fiktiven Kaff in der österreichischen Provinz. Protagonistin ist Hannelore Huber, ihres Zeichens Rentnerin. Die Handlung setzt ein, als Frau Huber von dem Tod ihres Mannes Walter erfährt. Wider Erwarten ist sie darüber sehr erleichtert, denn so kann sie sich endlich einen ruhigen Lebensabend ohne ihren werten Gatten machen. Nur leider geht bei der Beerdigung etwas gehörig schief: Der Sarg fällt in die Grube, öffnet sich dabei und offenbart eine Leiche, die so gar nicht ihr Ehemann ist. Weil die gute Frau Huber der Polizei wenig zutraut, nimmt sie die Ermittlungen selbst in die Hand. Und eins kann man schon versprechen: Da kommen einige Überraschungen auf die Rentnerin zu, während sie die Leiche ihres Mannes sucht.

Diese Geschichte bildet schon einmal ein solides Fundament für einen witzigen Provinzkrimi. Noch mehr tragen aber die authentischen und doch sehr amüsanten Dialoge der Personen bei. Selbige Personen sind zwar teilweise etwas stereotyp dargestellt, das passt aber wunderbar zur Geschichte. Man muss ja nicht alles so ernst nehmen.

Was ich aber gesondert herausstellen will, ist die Sprachgewandtheit des Autors. Er schreibt nicht affektiert, sondern "nah am Mann" (und an der Frau), also auch in Mundart. Trotzdem schafft er es virtuos, mit der deutschen Sprache zu spielen. Kaum eine Seite wird umgeblättert ohne ein gut durchdachtes Wortspiel. Damit bekommt dieser Krimi auch einen nicht zu unterschätzenden literarischen Werk.

Nichtsdestotrotz bleibt er kurzweilig und liest sich schön runter, was ja auch seine Relevanz hat in der Unterhaltungsliteratur.

Mein Fazit: kaufen, lesen, lachen, genießen!