Bewegendes Zeitzeugnis

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Mary Berg, geboren unter dem Namen Miriam Wartenberg, entstammt einer jüdischen Familie und schreibt in ihrem Tagebuch von 1939 bis 1944 über ihr Leben im Warschauer Ghetto.

Mary, die 1939 erst 15 Jahre alt war, schreibt nüchtern und schlicht, was den drückenden Charakter der Situation für mich irgendwie verstärkte. Vom Schreibstil und der Sprache her fällt durchaus auf, dass diese Zeilen von einer Jugendlichen aus der Oberschicht verfasst wurden.

Der Inhalt selbst ist schockierend und tragisch. Mary beschreibt ein Leben aus Furcht, Hunger, Leid und Tod, von Seuchen und Misshandlungen und hält doch immer wieder fest, dass es den anderen teilweise noch schlechter geht als ihr selbst, da sie aufgrund dem Geld und dem Einfluss ihrer Eltern, sowie der amerikanischen Staatsbürgerschaft ihrer Mutter eine kleine Sonderstellung hat.

Letztendlich ist es auch die Tatsache, dass Marys Mutter Amerikanerin ist, die Rettung, den dadurch wird ihre Ausreise nach Amerika ermöglicht. Doch auch, wenn Mary dieser Hölle so entfliehen kann, so bleiben all die Menschen, die sie zurück lassen muss, tief in ihrer Erinnerung. Deutlich werden auch ihre Schuldgefühle als Überlebende.

Fazit:
Ich kann dieses Buch definitiv empfehlen! Auch, wenn die Thematik nicht leicht zu verdauen ist, so finde ich es doch wichtig, dass dieser schlimme Teil der Geschichte nicht in Vergangenheit gerät!