Hölle in Buchform

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
powergnu Avatar

Von

Sehr merkwürdig, dass dieses Buch erst 80 Jahre nach den Geschehnissen in Polen hier in Deutschland veröffentlicht wird. Um so wichtiger ist die Lektüre für alle, die wissen wollen, wie sich das Leben als Jüdin in Polen während des Zweiten Weltkriegs anfühlte. Schon die ersten Seiten dieses Tagebuchs machen nur zu gut deutlich, wie die Nationalsozialisten dort vorgegangen sind, aber auch, wie selbst die Polen mit den Juden umgegangen sind. Hatte ich in meinem ersten Leseeindruck noch geschrieben, das Buch sollte nicht nur in deutschen, sondern auch in polnischen Schulen Pflichtlektüre sein, bin ich jetzt zu dem Schluss gekommen, dass es sich dazu nicht eignet. Man kann niemanden dazu zwingen, sich mit dieser entsetzlichen Geschichte zu befassen, auch wenn sie in diesem Falle aufgrund der amerikanischen Staatsbürgerschaft der Mutter der Autorin gut ausging. Verglichen mit fiktiven Büchern, die sich Menschen zum Warschauer Ghetto ausdachten, ist dieses Buch einfach nur grauenhaft, da es höchst detailliert das Alltagsleben im Ghetto beschreibt. Obwohl die Bücher, die ich zum Thema Nationalsozialismus gelesen habe, bei mir nach Metern zählen, habe ich bei diesem hier kapituliert. Es ist einfach nur schrecklich zu lesen. Das schmälert natürlich nicht den Wert des Buches. Die drei Sterne stehen dafür, dass mir das einfach nicht gefallen konnte. Das Buch selbst hat fünf Sterne verdient.