Maikäferklebeding

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„Man wird nicht in Ruhe gelassen“ denkt sich Edith Scholz, als sie in von Christel Jacobi in ihrem Zimmer aus dem Mittagsschlaf geweckt wird. Dabei wollte die Nachbarin und Rehagefährtin doch nur nett sein und ihr ein Stück Torte schenken. Edith verbietet lautstark weiteren Kontakt und findet am nächsten Morgen eine Botschaft fixiert mit einem Maikäferklebeding an ihrer Zimmertür.
Sahra Schmidt beschreibt den Alltag einer alten, einsamen Frau auf eine sehr erfrischende Weise. In inneren Monologen erklärt Edith sich die Welt und denkt über das Sterben nach, als sie nach einem Sturz bewegungsunfähig am Flur auf den Tod wartet. Ihr Briefträger rettet sie, besucht sie im Krankenhaus und wird brüsk abgewiesen.
Edith Scholz möchte allein sein, aber ihr Leben wird sich verändern. Haushaltshilfe, Reha, Turnübungen zu zweit, Abendveranstaltungen zwingen sie vorerst mit anderen in Kontakt zu treten – wie wird sie ihr Leben in Berlin weiterführen?
Der Anfang des Romans hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren waren bereits mit wenigen Sätzen trefflich beschrieben und der Autorin ist es gelungen das Zusammentreffen von Egozentrikerin, Briefträger und Esoterikerin lebhaft und unterhaltsam zu schildern.