„Wer Wind sät“

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yvonne79 Avatar

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Aus dem Urlaub zurück und gerade aus dem Flugzeug gestiegen, wird Pia Kirchhoff schon zu einem neuen Tatort gerufen. Ein Nachtwächter der Firma Firma WindPro wurde tot aufgefunden und die ersten Hinweise deuten auf Mord. Das Motiv ist noch unklar. Was steckt dahinter? Hat vielleicht der Chef von Firma WindPro etwas damit zu tun. Denn schnell kommt heraus, das die Firma noch andere Probleme hat. So soll im Taunus ein neuer Windpark entstehen. Der ausgewählte Standort gehört Ludwig Hirtreiter und dieser weigert sich standhaft zu verkaufen. Auch seine Tochter und seine zwei Söhne können ihn vom dem millionenschweren Angebot in keiner Weise überzeugen. Doch Ludwig Hirtreiter ist nicht der einzige Gegner des Windparks. Es gibt auch noch eine Bürgerinitiative die gegen den Bau des Windparks protestiert.

Und dann gibt es plötzlich einen weiteren Toten:Ludwig Hirtreiter, der grausam ermordet wurde. Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein ermitteln und haben reichlich zu tun, denn die Anzahl der Verdächtigen steigt stetig weiter und dies macht die Sache nicht einfacher...

Zwar sieht es im ersten Moment so aus, als hätten die Morde etwas mit dem Windparkprojekt zu tun. Aber neue Spuren lenken Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in eine ganz andere Richtung. Sie stoßen auf menschliche Abgründe, die getrieben sind von Hass, Liebe, Intrigen, Hoffnung, Lügen, Macht und Geld...

Mit „Wer Wind sät“ schickt Autorin Nele Neuhaus ihr Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein wieder ins Rennen. Als Leser darf man sich wieder auf eine vielseitige und glaubhafte Handlung mit unterschiedlichen Orten, Handlungsebenen, Szenenwechseln, verworrene Verstrickungen, überraschende Wendungen und vielen Figuren freuen. Die Autorin führt den Leser auf reichlich falsche Fährten und legt neue Verdachtsmomente, dabei geht der roten Faden allerdings nie verloren, im Gegenteil, die Spannung steigt weiter an.

Den Schreibstil empfand ich sehr flüssig und spannend zugleich. Er passt sehr gut zu dem Ermittlerteam und wirkt locker und leicht. Ich hatte keine Schwierigkeiten mit den Einstieg in die Geschichte und konnte ihr auch gut folgen. Schon nach den ersten Seiten merkt man mal wieder, das es Nele Heuhaus versteht einen neugierig zu machen und so schafft sie es wieder, das man sich die Nacht um die Ohren schlägt.

Verschiedene Charaktere spielen wieder eine große Rolle in dem Krimi. Was sie bewegt und aus welchen Gründen sie gehandelt haben, erfährt nur Stück für Stück. Die unterschiedlichen Perspektiven der jeweiligen Figuren sind wunderbar in dargestellt und wirken sehr real.

Diesmal gerät auch Oliver von Bodenstein in eine Geschichte, die ihm fast den Boden unter den Füßen wegreißt. Seine Verliebtheit bringt den Fall und die Ermittlungen ins Schwanken und sorgt für Abwechslung und Verwirrung zugleich, auch beim Leser

Das Ende des Krimis ist klärend geschildert und überraschend zugleich und man fragt sich nur noch, wann kommt das nächste Buch. Auf jedenfall hat Nele Neuhaus die Messlatte wieder ein Stückchen weiter hoch gelegt.

„Wer Wind sät“ - Brillant erzählt!