Winterkrieg

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honigmond Avatar

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Ein sehr schöner Familienroman, der sich im Winter 1939/1940 in Skaninavien abspielt. Er lässt sich sehr flüssig lesen und ist auch mit viel Gefühl gehalten. Man erhält Eindruck in ein Familienleben einer vierköpfigen Familie, was ins Schwanken gerät. Der Vater ist kurz vor seinem 60. Geburtstag noch in eine Midlife-Krises gerutscht, die Mutter hat sich in ihre Mutterrolle wohl zu sehr eingespielt. Sie ruft ihre ältere Tochter laufend in London an, bevormundet ihren Mann und die jüngste Tochter auch gerade ausgezogen, was für die Mutter alles andere als einfach ist. Ihr Mann verrennt sich in einer Affaire und Sport und sie selbst gönnt sich immer öfter ein Glas Wein. Dabei könnte doch das Familienleben so schön sein. Beide haben in ihrem Leben viel erreicht und beruflich sehr engagiert, trotzdem macht sich die Unzufriedenheit immer mehr breit, die Ehekrise quasi vorprogrammiert. Die beiden Kinder aus dem Haus, schmälert die Pflichten und auch das spielt mit da hinein. Wenn da nicht noch die 85jährige Großmutter wäre, um die sich bisher keiner so richtig gekümmert hat. Eine sehr schöne Familiengeschichte, die sich über 9 Monate erstreckt und einen stellenweise sehr nachdenklich stimmt, da man doch hin und wieder einmal einige kleine Parallelen feststellt. Man sieht die heutige Zeit plötzlich etwas aus anderen Licht. Ein ernstes Thema, welches der Autor gut umgesetzt hat und auch ein wenig Witz ist mit dabei, was einen alles nicht ganz so verbissen sehen lässt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch nachdenklich gestimmt. Das Cover ist sehr auffällig im knalligen Rot gestaltet und fällt sofort auf, passt aber nicht so richtig zum Buchinhalt nach meinem Empfinden. Alles in allem gelungen und empfehlenswert.