Wir sind die Könige von Colorado

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
eule90 Avatar

Von

William Sheppard ist etwas über sechzig und trägt eine große Last mit sich herum: seine Jugend. Um sich endlich von dieser Last zu befreien, beginnt er zu schreiben. Er schildert dem Leser, wie er aufgewachsen ist: Sein Vater ist Alkoholiker und misshandelt den jungen Will regelmäßig. Auch muss Will miterleben, wie seine Mutter von seinem Vater misshandelt und Vergewaltigt wird. Mit 13 Jahren hat Will genug: Er sticht seinem Vater ein Messer in Hüfte und Brustkorb und bringt ihn damit fast um. Zur Strafe schickt ihn das Gericht in eine Erziehungsanstalt für minderjährige Straftäter in, die Swope-Ranch. Hier, in einem abgelegenen Teil Colorados, werden von straffälligen Jugendlichen wilde Mustangs abgerichtet und sonstige Arbeiten ausgeführt. Was nach Ranch-Idylle klingt ist für viele der Jungs die Hölle. Einige der Aufseher sind äußerst brutal und die Jungs für sie nur ein Stück Dreck. Die einzige Person, die den Häftlingen wohlgesonnen ist, ist die Krankenschwester Doreen Little. Will findet schon schnell Freunde auf der Ranch. Doch genauso schnell, wie sie sich kennenlernen, verlieren sie sich auch schon wieder. Einer der Jungs, Coop, wird wegen eines Fehlverhaltens von einem der Aufseher erschossen, alle Anderen müssen es mit ansehen. Einem weiteren Freund von Will, Bobby, wiederfährt ein schrecklicher Unfall: Er wird von einem Pferd mit dem Huf am Kopf getroffen und kommt schwerverletzt in ein Krankenhaus. Wie durch ein Wunder überlebt er und kehrt auf die Ranch zurück, um dort kleinere Arbeiten zu erledigen. Will bekommt nach einiger Zeit die Chance auf der Ranch zu den Abrichtern zu gehören, die sich um die Pferde kümmern. Doch dadurch wird sein Leben auf der Swope-Ranch nicht angenehmer. Der Aufseher Frank Kroft lässt seine Launen an den Jugendlichen und vergewaltigt einige von ihnen. Doch die schlimmste Zeit auf der Ranch soll für Will und seine Freunde noch kommen. Denn eines Tages brechen durch eine Manipulation an einem der Weidezäune die Mustangs aus. Einige Aufseher machen sich zu Pferde mit Will, seinen Freunden Mickey, Bobby und einigen anderen Jungs auf die Suche. Mit dabei ist auch Silas Green, der ständig für Ärger sorgt und dabei sehr aggressiv ist. Diese Suche läuft gehörig aus dem Ruder und wird für Will und seine Freunde so gefährlich, dass sie um ihr Leben bangen müssen.
Anfangs fand ich das Buch zwar in Ordnung aber etwas langweilig, ich hatte mir durch den Klappentext mehr davon versprochen. Doch schon bald nahm die ganze Geschichte an Spannung zu. Je weiter ich fortgeschritten bin mit dem Lesen, desto weniger konnte ich glauben, was dort geschrieben stand. Diese unglaubliche Brutalität, sowohl körperlich als auch seelisch hat mich schockiert. Das liegt sicherlich auch an der Art und Weise des Autors, zu schreiben. Besonders gut gefallen hat mir, dass das gesamte Buch eigentlich keine Geschichte ist, sondern die persönlichen Aufzeichnungen des alten William Sheppard. Das wird auch am Ende nochmal klar, als er Mickey und Doreen Little noch einmal trifft. Diese Tatsache gibt dem Buch etwas sehr Authentisches. Ich würde dieses Buch jederzeit wieder lesen und auch weiterempfehlen.