Bildhaft, wuchtig und dabei lässig leicht

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Wir waren keine Helden.
(Aber wir sind zu Helden geworden).

Das ist für mich der unsichtbare Untertitel des Romans, der beim Lesen der 236 Seiten immer klarer wird. Und der dabei alle Überheblichkeit verliert, denn was wären wir sonst, nach all dem hoffen, wagen, riskieren, fehlen und vermissen lernen? Wenn nicht Helden unseres eigenen Lebens?

Die Story liest sich als rasanter Road-Movie durch die Vergangenheit der wilden 80er bis heute. Sprachlich die volle Wucht, man steht direkt mittendrin in dieser "Ranch", vom ersten Satz an, das schaffen nicht viele. Bildhaft, wuchtig und dabei lässig leicht. Zumindest wirkt es lässig, aber der ungewöhnliche Stil der Autorin, muss gezielt eingesetzt sein. Vieles kurz, pointiert, direkt auf den Punkt, dann wieder Sprachbilder die einen nach Luft schnappen lassen.

Dass sich im Laufe der Zeit eine starke, gereifte Frau aus Sugar entwickelt, deren Leben nicht in den üblichen Konventionen verläuft, hatte ich nach der ersten Leseprobe gehofft und wurde nicht enttäuscht.

Es ist ein Helden-Roman. Einer über uns alle. Und ich bleibe dabei, ein weiblicher „Auerhaus“, wenn auch bedeutend rasanter. Man muss sich zum langsamen Lesen zwingen, um nichts zu verpassen. Candy Bukowski legt ein irres Tempo vor. Aber was für eine geile Fahrt! Und was für eine rauchige Frauenstimme, die erzählt.

Mich hat sie tief berührt, komplett gepackt und mit dem filmreifen Schluss – ganz ohne Pathos – mein eigenes Heldenleben spüren lassen.

Die angebotene Songplayliste zum Buch, macht das Ganze endgültig rund. Ich schwelge in Vergangenheit. Volle Punktzahl. Mehr ist nicht möglich.