Familiengeschichten....

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madamem Avatar

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„Wo ist Norden“ erzählt die Geschichte einer Familie, die sich im Osten nach der Wende ein Gutshaus kauft, um es zu restaurieren und mit Leben zu füllen. Zur Familie gehören nicht nur die Eltern Konrad und Marlene sowie die Kinder Selma, Jakob und Laure, sondern auch die Großeltern Rita und Pavel und der Onkel (gleichzeitig auch Exfreund von Marlene) und Ich-Erzähler Nikita. Wer selbst eine große Familie hat, weiß, dass das alleine für ordentlich Zündstoff sorgen kann.
Im Fokus steht allerdings nicht hauptsächlich die Familie, sondern das Lösen von der Familie, von der Vergangenheit, das Finden des eigenen Nordens, des eigenen Lebensweges und -zieles. Schleichend verstreicht dabei wie im echten Leben auch im Buch die Zeit, die Kinder werden junge Erwachsene...und schließlich gelingt dem gealterten Nikita doch das Loslassen.
Raffiniert und ausgewählt geschrieben, oft meint man, zwischen den Zeilen noch mehr zu lesen. Beinahe zärtlich werden die einzelnen Charaktere herausgearbeitet, sanft nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Ein schönes, unterhaltsames Buch, sehr empfehlenswert für Freunde guter Literatur.