Lebensträume

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Deutschland kurz nach der Wende, eine Familie kauft in einem Dorf im Osten einen alten Gutshof, um diesen liebevoll zu restaurieren. Marlene, die Ehefrau und Mutter von drei Kindern ist dabei die treibende Kraft. Kreativ und motiviert befehligt sie den Umbau, für Konrad, den Ehemann, wird eine Arztpraxis eingerichtet. Sie selbst will dort ein Café betreiben. Misstrauisch beäugen die alteingesessenen Bewohner der Ortes das alternative Treiben, zu frisch ist noch der Umbruch vom realen Sozialismus zur freien Selbstbestimmung. Aber nicht nur der Widerstand von außen macht Marlene zu schaffen, auch das Zusammenleben mit Konrads Eltern, insbesondre mit der Schwiegermutter Rita, Ex-Lehrerin in der Ex-DDR, gestaltet sich als schwierig. Ritas alte Kommode, die Marlenes neu gestaltetes Vestibül verschandelt ist exemplarisch für die vielen (oft klemmenden) Schubladen in Ritas Denken. Mit Pawel dem Schwiegervater geht es schon etwas leichter. Genügsam reicht ihm seine Musik und die abendliche Beobachtung des Sternenhimmels.
Der Erzähler Nikita, Konrads älterer Bruder ist Besucher, Beobachter, Geldgeber und guter Onkel für die Kinder. Seine Konstellation zu Marlene ist kompliziert, war er doch vor Konrad ihr Freund. Jetzt ist Marlene sein Nordstern, leuchtend, strahlend und unerreichbar.
Wo ist Norden ist eine bitter süße Erzählung über Lebensträume, Anfänge und Abschiede, Loslassen und Neustarts. Ein bisschen wehmütig und berührend.