nicht ganz mein Fall

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petral. Avatar

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In "Wo ist Norden" von Barbara Handke geht es um eine Familie, die kurz nach dem Mauerfall ein altes, renovierungsbedürftiges Gutshaus in Plenskow kauft. Plenskow hat gerade mal 40 Einwohner, deshalb ist das Vorhaben schon sehr mutig, denn diese Familie will das Haus nicht nur als ihr Zuhause herrichten, sondern dort ebenfalls ein Café und eine Arztpraxis eröffnen.

Erzählt wird diese Geschichte , in der es hauptsächlich um den Alltag und manchmal auch um die kleinen Streitereien der Familienmitglieder geht, von dem Ich-Erzähler Niketsch. Er ist eigentlich gar kein fester Bewohner des Gutshauses, denn dort lebt sein Bruder Konrad mit seiner Frau Marlene und den gemeinsamen Kindern . Außerdem sind auch noch die Eltern der Brüder mit eingezogen. Dass Niketsch eigentlich vor seinem Bruder mit Marlene liiert war und sie nach wie vor seine große Liebe ist, macht es für ihn besonders schwer, die Familie im Gutshaus zu besuchen und so nimmt er sich auch ständig vor, etwas mehr auf Distanz zu gehen. Doch so richtig gelingen will ihm dieses Vorhaben nicht, immer wieder wird er für Renovierungsarbeiten eingespannt und lässt das auch jedesmal wieder zu.

So geht es also in dieser Geschichte im Großen und Ganzen immer wieder um die gleichen Themen, nämlich, die Renovierungen, die unterschwellig spürbare Rivalität der Brüder, das Trauern um seine verlorene große Liebe Marlene und den ganz normalen Alltag dieser Familie. Ich hatte mir nach dem Klappentext und der Leseprobe einen kurzweiligen Roman erwartet, aber ich muss leider sagen, ich war enttäuscht und musste mich teilweise ziemlich durchkämpfen. Für mich passierte da einfach zu wenig, es wurde kein Spannungsbogen aufgebaut, die Geschichte plätscherte einfach still und leise vor sich hin und mir persönlich war das einfach zu wenig, um mich gut unterhalten zu fühlen.