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Hinter einem wunderschönen Cover verbirgt sich eine tragische Liebesgeschichte. Eine Geschichte, die für all jene real und aus dem Leben gegriffen ist, die selbst schon jemanden an eine schrecklich unaufhaltsame Krankheit verloren haben.

Abbie, Tochter eines Senators und Chris, aufgewachsen in einem Trailer am Fluss, kommen aus zwei ganz unterschiedlichen Welten. Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt der Autor Begebenheiten aus ihrem vergangenen Leben, eingebettet in die schmerzliche Gegenwart von Abbie‘s Krankheit. Ihr gemeinsamer Kampf gegen die Konventionen und gegen die immer wiederkehrenden Schmerzen, werden allein aus Chris Sicht geschildert. Seine Wahrnehmung der Dinge wird dem Leser auf sehr dramatische Weise näher gebracht. Chris ist nicht nur ein Ausstehender, der hilflos mit ansieht wie seine Frau langsam dahinsiecht. Er ist Abbie‘s Stütze, ihr Beistand und der einzige Grund warum sie immer noch die Kraft aufbringt zu kämpfen.

Bildhaft lässt Charles Martin uns an der letzten gemeinsamen Reise des Paares teilhaben. Die vielen detailierten Beschreibungen der Umgebung zogen sich allerdings teilweise sehr in die Länge und wirkten hin und wieder störend. Dennoch blieb das Feeling für die emotionale Geschichte und die beiden Hauptpersonen erhalten. Was sicher auch an den gut gezeichneten Nebencharakteren lag, die Abbie und Chris auf ihrer Fahrt über den Fluss begegnen.
Das Ende war ziemlich vorhersehbar und nicht besonders rund, aber genau deshalb regte es einen zum nachdenken an – über den Sinn des Lebens, das Loslassen und Weiterleben.

Für mich war dieses Buch eins der Bewegensten, das ich je gelesen habe. Eine Geschichte, die nicht nur emotional ist, sondern auch den eigenen Blickwinkel auf die alltäglichen Dinge des Lebens ändert.