Fesselnd

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
dianab Avatar

Von

Ruth Ware schafft es mit ihrem neuen Thriller „Woman in Cabin 10“ den Leser meisterlich zu fesseln. Von der ersten Seite an baut sie einen Spannungsbogen rund um ihre Hauptdarstellerin die Journalistin Lo Blackwood auf. Als Reiseautorin nimmt sie an einer Kreuzfahrt auf der „Aurora“ zu den Nordlichtern teil, um einen aufregenden Bericht darüber zu schreiben. Aber bereits in der ersten Nacht verschwindet eine Person an Bord unauffindbar, die ominöse Frau aus Kabine 10.

Zu Beginn hat man das Gefühl in eine Partie Cluedo geraten zu sein. Ich fühlte mich direkt in meine Kindheit zurück versetzt, dieses Spiel habe ich geliebt. Lo Blackwood läuft über das Schiff und hat jeden ihrer Mitreisenden und alle Mitglieder des Personals in Verdacht. Es werden immer wieder neue Informationen zu den anderen Personen gestreut, so dass im Prinzip jeder in Verdacht kommt. Ich als Leser habe sofort das Gefühl, dass der Mörder hinter jeder Ecke lauern könnte.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgegliedert, die wiederum Unterkapital haben. Das macht es sehr kurzweilig zu lesen. Überraschenderweise greift Ruth Ware ihrer eigenen Geschichte am Ende jeden Teiles vor, dort werden auf einmal Texte, z. B. E-Mails oder Zeitungsartikel, gezeigt, die erst einige Tage später spielen. Dies wirft zusätzliche Fragen auf. Mich haben diese Passagen eher irritiert, ich wollte noch gar nicht wissen, was in Zukunft passiert, denn ich war vom Hier und Jetzt gefesselt genug. Nachdem ich das ganze Buch durchgelesen hatte, haben sich diese Textteile doch wieder in die gesamte Handlung gefügt. Somit konnte ich meine Meinung dazu ändern. Alles in allem ist es ein wirklich gelungener Thriller, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Von mir gibt es für Ruth Ware „Woman in Cabin 10“ klare fünf Sterne.