Descartes Magd

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Mit einem Gespür für feine Untertöne erzählt Glasfurd eine sich langsam anbahnende Liebesgeschichte zwischen Descartes und der Magd Helena Jans van der Strom. Wie Satelliten umkreisen sie sich zunächst und nur kleine Gesten oder Aussagen zeugen von der Liebe zwischen ihnen...

Die Geschichte ist nicht linear und springt zwischen verschiedenen holländischen Ortschaften und Jahren, sodass man bereits anfangs die Tragik und die Unpässlichkeit der Liebesgeschichte der beiden erfährt. Der Stil ist angenehm zu lesen, still, fast unspürbar entwickelt sich dabei die Handlung und geht nur langsam voran, kann aber durch feine Nuancen und Untertöne überzeugen. Sehr schön sind dabei auch die Titel der einzelnen Kapitel gewählt, die in die Thematik einleiten, jedoch aber auch nicht immer gänzlich passend sind.

Glasfurd zeigt sich als Meisterin darin, die Handlung sehr lebendig und zugleich einfühlsam zu vermitteln, einige Längen sind hierüber leicht zu verschmerzen. Einzig jedoch hat Glasfurd es nicht geschafft, den Charakter bzw. die Person des bekannten Descartes plastisch erfahrbar zu machen, er bleibt ein wenig schemenhaft, fast konturlos, wenn man mit der Person ein wenig vertraut ist. Dennoch legt Glasfurd hier ein durchaus lesenswertes Buch vor, welches nicht nur Historik- und Biografie-Freunde zu überzeugen weiß, da die sanft gesponnene Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Abgerundet wird das Leseerlebnis durch ein sehr hübsch gehaltenes Cover, welches nicht nur farblich gut gestaltet wurde.