Das Buch war jetzt nicht schlecht, aber trotzdem nicht der Renner

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
lovelyanke Avatar

Von

Es ist Freitagfrüh und ich habe eben die letzten Seiten gelesen. Das Buch lässt mich mit gemichten Gefühlen zurück. Nicht, was den Inhalt anbelangt, sondern eher den Schreibstil. Vielleicht sollte Michael Tsokos doch lieber unter seinen Rechtsmedizinerkollegen bleiben und nicht in die Schrifstellerbranche wechseln. Irgendwie hat eben vor allem zwischendrinnen die Spannung gefehlt und ich habe ein paar Seiten überblättert. Auch die Charaktere waren jetzt nicht liebenswert oder so gut beschrieben, dass ich mit denen mitgefiebert hätte.

Fred Abel, Mitarbeiter der BKA-Einheit "Extremdelikte", wird in einen Fall verwickelt, in dem er einen persönlichen Hintergrund hat. Sein alter Freund Lars Moewig wird beschuldigt, alleinstehende ältere Frauen ermordet zu haben. Alle wohnten europaweit in der Nähe von Flughäfen. Der Mörder ist schnell, grausam, unberechenbar und nicht zu fassen und auf allen Opfern hinterlässt er einen ganz persönliche Signatur. Fred Abel muss sich jetzt beeilen um den eigentlichen Mörder zu finden. Denn die Tochter seines Freundes liegt im Sterben und ihr letzter Wunsch ist es, ihren Vater nocheinmal zu sehen.

Alles in allem war das Buch jetzt nicht schlecht, aber ich habe eindeutig schon bessere gelesen.
Fred Abel ist so ein Tausendsassa, der alles richtig macht und eben keine großartigen Fehler. Er ist eigentlich Rechtsmediziner, aber könnte auch gleichzeitig Komissar und Profiler sein. Er kann eben alles und das ist es, was mich so stört. Er holt sich zwar ein bisschen Hilfe von der einen oder anderen Person, aber alles in allem löst er den Fall doch irgendwie alleine. Und am schlimmsten fande ich die persönliche Wendung von ihm am Anfang. Was hat dass denn jetzt bitte mit dem Fall zu tun?
Lars Moewig spielt am Anfang des Buches noch eine große Rolle, wird dann aber zum Schluss hin irgendwie vergessen. Von ihm hört man dann kein Wörtchen mehr, außer ganz zum Schluss. Aber die drei Sätze von ihm reißen das Steuer jetzt auch nicht herum.
Der eigentlichte Mörder ist schon eine sehr kranke Person und ich hätte gern noch mehr über ihn gelesen. Man erfährt zwar warum er so ist, wie er ist. Aber irgendwie hat mir doch noch die eine oder andere Information gefehlt.
Die ganzen anderen Personen, die europaweit Hilfestellung leisten, also Komissare, Polizisten und andere Rechtsmediziner, werden vorgestellt und handeln mit. Aber so schnell wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden.

"Zerschunden" von Michael Tsokos hat mich unterhalten und ich habe zum Ende dann doch auch mal mitgefiebert, aber ansonsten hätte aus dem Buch meines Erachtens echt mehr gemacht werden können. Der Schrifsteller ist sicherlich auch auf seinem Gebiet ein Tausendsassa, das will ich auch gar nicht beschreiten und ich habe auch großen Respekt vor seiner Arbeit. Ich könnte sowas nie in meinem Leben machen. Aber vielleicht sollte er eben auch dort bleiben und das Schreiben anderen überlassen.