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eule90 Avatar

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Lucie Kroon hat einen Job als Architektin in einem Schleswiger Architekturbüro, bei Rainer Calliesen, angenommen. Seit Januar lebt sie nun in der wunderschönen Stadt an der Schlei. Doch im Frühjahr wird ihre gute Laune getrübt. Ihre Freundin Fenja, die sie in Schleswig beim Gitarrenunterricht kennengelernt hat, nimmt sich das Leben. Aus Liebeskummer hat sie sich von einer Brücke vor einen LKW gestürzt. Auf der Beerdigung lernt Lucie einige neue Leute kennen. Zum einen ist dort Fenjas Tante Margrete. Diese spielt in der ganzen Geschichte jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Dann gibt es noch Ragnar Calliesen. Er ist der Grund für Fenjas Selbstmord. Mit ihm war sie in der Oberstufe zusammen, hat die Trennung aber nie verkraftet. Lucie kann Fenjas Schwärmerei für Ragnar anfangs nicht nachvollziehen. Er hält sich für was Besseres und lässt dies die Menschen in seiner Umgebung auch spüren. Als letztes gibt es noch Malte Stürmer. Er ist überzeugt davon, dass Fenjas Tod kein Suizid, sondern Mord war. Er will zusammen mit Lucie eigene Ermittlungen anstellen, um den Mörder zu finden. Dabei ist er sich aber eigentlich schon sehr sicher, wer es ist: Ragnar Calliesen. Auch mit dem trifft Lucie sich häufiger. Dieser ist der Meinung, dass Fenja nicht umgebracht wurde. Und wenn doch, dann war es ganz bestimmt Malte Stürmer, der schon immer verknallt war in Fenja und ihre Zurückweisung nicht ertragen konnte. Schon bald erschüttern Schleswig neue Ereignisse: Ein Unbekannter droht mehrfach damit, dass er Gebäude in die Luft sprengt. Es passiert jedoch nie etwas. Eines Tages explodiert tatsächlich eine geschlossene Kneipe, doch es gab vorher keine Drohung. Was hat das Ganze zu bedeuten? Lucie und ihre neuen Bekanntschaften Ragnar und Malte ermitteln weiter in alle Richtungen, wobei die beiden jungen Männer sich eher ständig gegenseitig beschuldigen. In dieser Zeit kommt Lucie Ragnar etwas näher und lernt seine Art zu schätzen. Auf einem Spaziergang finden sie Ragnars Vater, Rainer Calliesen, erschossen auf. Nun beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Malte kommt bei Lucie vorbei und lockt sie zu sich nach Hause, um ihr den Täter der Bombendrohung zu präsentieren. Lucie vertraut ihm und begibt sich so in große Gefahr. Nur mit viel Glück überleben sie, Ragnar und der ermittelnde Kommissar die folgenden Stunden.
Auch wenn die Geschichte sehr interessant war und viele Wendungen bot, hat mir das Buch nicht so gut gefallen. Die Autorin hat sehr viele Passagen stark in die Länge gezogen. Das machte das Lesen häufig anstrengend. Wenn doch mal etwas Spannung aufkam, wurde diese durch den langwierigen Schreibstil leider kaputt gemacht, so dass das ganze Buch irgendwie vor sich hin plätscherte. Selbst der Schluss war nicht Spannungsgeladen.
Sehr gut hat mir hingegen gefallen, dass die Autorin einige nordische Begriffe verwendet hat. Das gibt einem als Leser das Gefühl, sich mitten im Geschehen zu befinden. Allerdings verwendete sie auch häufig Begriffe, die den Schreibstil wohl ungewöhnlich machen sollten, da sie nicht so gebräuchlich sind (Lucie war „frappiert“). Die machte die Geschichte aber in meinen Augen wieder etwas anstrengender und unglaubwürdiger, weil es ausgedacht und krampfhaft wirkte.
Lucie schwankte selber immer hin und her, wen sie für Verdächtig hält: Ragnar oder Malte. Das macht es für den Leser einfach nur anstrengend, auch wenn es aus Lucies Sicht sicherlich vollkommen verständlich ist.
Die Autorin beschreibt sehr detailliert die Schleigegend und die Stadt Schleswig mit ihrer Umgebung. Da auch dies alles sehr in die Länge gezogen ist hat der Leser häufig das Gefühl, sich in einem Heimatroman zu befinden und nicht in einem Krimi.
Mein Fazit zu diesem Buch: Eine sehr spannende Geschichte, die man sicherlich besser hätte umsetzen können. Wer sich für Schleswig und seine Umgebung interessiert findet hier sicherlich ein schönes Buch, für Krimifans ist es hingegen, meiner Meinung nach, nicht spannend genug.