Zwölf Wasser - Zwölf Quellen

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zuckerfee Avatar

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Wasser ist die Quelle des Lebens – doch was geschieht, wenn genau diese Quelle in Gefahr ist? Die Undae, weise Frauen, die abgeschieden von der Außenwelt leben, spüren, dass etwas vor sich geht, etwas verändert sich… Denn sie sind scheinbar eins mit dem Wasser und nehmen selbst kleinste Veränderungen wahr . Und sie wissen, dass sie etwas unternehmen müssen… Also machen sie sich auf den Weg zu den 12 Quellen, um dafür zu sorgen, dass das Wasser, die Quelle des Lebens nicht versiegt. Um dies zu verhindern, folgen die Welsen dem Rat der Undae:

 

„ Drei mal drei sollen gehen und dreimal eine begleiten, die Quellen aufzusuchen“.

 

Vertrauensvoll machen sich daraufhin die Welsen zusammen mit drei Undae gemäß ihrem Rat auf den Weg ins Ungewisse, niemand weiß, wohin er führt und was sie erwartet. Jeder Teilnehmer dieser geheimnisvollen Reise spürt bald am eigenen Leib die wahre Bedeutung der Quellen und des Wassers, das aus ihnen fließt und macht seine persönlichsten und intimsten Erfahrungen. Dies gilt sowohl für die drei welsischen Offiziere, die bisher nur steinige und karge Böden, Hunger und Verzicht kannten, als auch für den Hirten Babu, der aus dem grünen, saftigen Land der Merzer stammt und für den sein außergewöhnlicher Szasla-Falke zum neuen Lebensinhalt geworden ist. Doch eines verbindet alle: „sie müssen weitergehen, bis zum Ende, bis der Kreis sich schließt“…

 

Meine Meinung:

Bereits das Cover mit der Phiole voll Wasser zieht die Blicke auf sich und zeigt, wie wertvoll Wasser ist. Zwölf Wasser – zu den Anfängen „ ist der Beginn einer Trilogie und gleichzeitig ein Romandebüt von Autor E.L. Greiff. Er entführt den Leser in eine Fantasy-Welt, die der unseren jedoch auf den ersten Blick gar nicht so unähnlich ist. Menschen, die unter den verschiedensten Lebensbedingungen leben, jedoch mit einer völlig anderen Zeitrechnung, Währung und Sprache umgehen. Sie alle sind verbunden durch „die große Feuerschlacht“ , die den Untergang des Welsesnreiches zur Folge hatte, das Jahr Null markiert und über deren Ursache die Völker unterschiedlicher Meinung sind…

 

Außerdem gibt es da noch die „hohen Frauen“, die Undae, die bereits vor dem großen Feuer lebten und mit Hilfe der welsischen Offiziere die Welt vor dem Untergang retten wollen.   Die Geschichte führt den Leser in die Welt der Undae, Seguren, Welsen und Merzer, im Jahr 107. Der Autor lässt eine Welt auferstehen, in der das Wasser und seine Quellen, Schwerter, Szasla-Falken und hohe Frauen die Hauptrolle übernehmen und den Leser vollkommen in den Bann ziehen. Nach und nach wird nicht nur dem Leser der tiefere Sinn der Quellen des Wassers und des Lebens deutlich, sondern auch die Protagonisten ahnen immer mehr, was diese Reise wirklich für sie bedeutet, für sie selbst und für die Menschlichkeit …

 

Der Erzählstil mit seinen spezifischen Ausdrücken, die man jedoch schnell verinnerlicht und mit der Welt der Welsen und Merzer verbindet, sorgt dafür, dass man sich tatsächlich in die bildhafte Fantasy-Welt hineinversetzen kann. Dabei werden die Landschaften und die Lebensumstände der Bewohner ausführlich geschildert, sodass es leicht fällt, sich das Leben dort vorzustellen und nachzuvollziehen, welche Prioritäten gesetzt werden. Während man zunächst die Welt bzw. die Region der Merzer kennenlernt, unter ihnen der Hirte Babu mit seinem Szasla-Falken Juhut, erfährt man kurz darauf, wie die Welsen ihren Lebensunterhalt bestreiten und was ihnen wichtig ist.

Die Empfindungen, Ängste und Wünsche der Protagonisten werden so intensiv und lebendig, dass man oft nicht sicher sein kann, ob es sich nun um einen Traum oder wahrhaftes Erleben der Personen handelt. Zu unwirklich erscheinen oft die Erlebnisse. Eine Übersicht der Personen sowie ein Verzeichnis der Kalender, Sprachen und Währung erleichtern das „Einleben“ in die Geschichte, deren Zeitgefühl und Lebensstil man schnell verinnerlicht. Anhand der anschaulichen Karte des Kontinents fällt es nicht schwer, den Lebensraum und den Weg, den die sonderbare Reisegesellschaft auf sich nimmt, zu erkunden.

Fazit:

E.L. Greiff ist es gelungen, eine neue Fantasy-Welt zu erschaffen, die den Leser mitzieht, an der Reise zu den zwölf Quellen teilhaben lässt und die Figuren so lebendig werden lässt, dass man mit ihrem Schicksal mitfiebert und mit ihnen hofft, dass die Quellen niemals versiegen werden.

Ein Fantasy-Roman, den ich allen Liebhabern dieses Genre nur empfehlen kann, mit einer fantasievollen, bildhaften und aussdrucksstarken Sprache, die den Leser in den Bann zieht und dafür sorgt, dass man sehnsüchtig auf die Fortsetzungen in Form von Teil zwei und drei, die jedoch leider erst in 2013 und 2014 erscheinen sollen, wartet!