parden
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Meine Leseeindrücke
Dühnfort ermittelt wieder - wie schön!
4
Angetrunken sinniert eine Frau in einer heißen Sommernacht auf dem Balkon ihres Hauses über ihr Leben, als sie plötzlich einen Schuss hört. Oder war es vielleicht doch keiner? Kann sie ihrer Wahrnehmung noch trauen, weinlastig wie sie bereits ist? Sie beschließt daher zunächst, die Polizei nicht zu rufen, doch als sie sich schlaflos und von Zweifeln geplagt im Bett wälzt, wählt sie schießlich doch den Notruf. Tatsächlich ist auf der Baustelle gegenüber jemand erschossen worden. Auch wenn der Notarzt die Leiche entgegen der sonstigen Praxis bereits entfernt und in ein Leichenschauhaus verbracht hat, nehmen Dühnfort und seine Kollegen die Ermittlungen auf... Dühnfort im gewohnten Kollegenteam, allerdings mit einer neuen Kollegin anstelle "seiner" Gina. Wieder einmal in flottem Schreibstil, zieht das Buch einen von Seite zu Seite - und zack, ist die Leseprobe zu Ende. Dabei möchte ich doch unbedingt wissen, wie es mit dem Fall weitergeht, aber auch mit Dühnfort und seinen Kollegen und mit Gina. Über einen Gewinn würde ich mich daher seeeehr freuen! :) weiterlesen
Endlich: Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein sind wieder da!
5
Ich liebe die Taunuskrimis von Nele Neuhaus und habe schon sehnsüchtig auf das Erscheinen des neuen Romans gewartet! In gewohnter Manier stellt Nele Neuhaus am Anfang viele scheinbar zusammenhanglose Fakten und Personen vor. Ein Wirrwar, das sich aber wie in den bisherigen Krimis sicherlich erst zu komplexen Handlungssträngen vereinigen wird und sich schließlich im Finale logisch auflöst. Ein Anwalt im Wohnwagen, vorbestraft und nur noch durch einen Rest Würde davon abgehalten, völlig auf dem Weg der Verlierer zu enden. Eine TV-Moderatorin, die in zwielichtigen Talkshows über Leichen zu gehen scheint und dafür gerade die Quittung erhält, jedoch den Spieß eventuell noch einmal umzukehren vermag. Eine Jugendliche, die nach alkoholseliger Feier unter einem Baum erwacht, ohne Handy, ohne Schuhe - und einen anderen Jugendlichen der Clique verletzt, eine Jugendliche offensichtlich tot im Fluss treibend findet. Und natürlich Pia Kirchhoff, die gerade unaufgeregt befördert wurde, sowie Oliver von Bodenstein, der sich nach den Ereignissen der letzten Bücher wohl erst einmal wieder finden muss. Leider auch Behnke, das Kollegen-Scheusal, unbeherrscht und mit vielen persönlichen Problemen, jetzt jedoch in einer Position, in der er Pia und Oliver das Leben wieder schwer machen kann... Gleich war ich wieder im Lesefluss, der Schreibstil von Neuhaus gewohnt flüssig und angenehm zu lesen. Pia Kirchhof und Oliver von Bodenstein sind inzwischen Charaktere, die man richtig zu kennen glaubt :) Ach, zu gerne hätte ich jetzt schon einfach weiter gelesen - ich war richtig enttäuscht, als die Leseprobe schon zu Ende war! Also: Als Nele Neuhaus Fan würde ich mich wirklich ausgesprochen freuen, wenn ich bei diesem Buch aus dem Lostopf gezogen würde! weiterlesen
Mystisch...
4
Beschrieben wird das harte Leben einfacher Farmer, die ums Überleben kämpfen. Tage voller Arbeit, leben Mabel und Jack nebeneinander her, jeder in seiner Einsamkeit gefangen. Die Tage bieten wenig Abwechslung, Kinder sind dem Paar nicht vergönnt gewesen. Mabel ist schwermütig, und auch Jack denkt darüber nach, wie es wäre, wenn er im Wald einfach tot umfiele... Für beide bietet das Erscheinen eines kleinen Mädchens im Schnee ein Erwachen aus dem Alltag. Erst Irritation, dann ein Hoffen auf eine Annäherung, versuchen beide, dem Geheimnis des Mädchens auf die Spur zu kommen. Immer wieder zeigt sie sich den beiden kurz, führt Jack auch zu seiner Jagdbeute, kommt aber nie wirklich nahe. Keines der heimlichen Geschenke Jacks nimmt das Mädchen an - bis ihm eine kleine Puppe angeboten wird. Als Dankeschön zaubert sie zarte Eisblumen auf das Fenster. Eine zarte Geschichte, geschrieben fast wie ein Märchen - und ähnlich mystisch. Ist das Mädchen wirklich das lebendig gewordene Schneemädchen, das das Paar aus dem Schnee hinterm Haus gebaut hatte? Behutsame Wortwahl, zarte Bilder, Kälte und Einsamkeit werden fast greifbar - die Leseprobe macht eindeutig neugierig und lässt auf mehr hoffen! Und das Cover ist einfach zauberhaft... Über einen Gewinn würde ich mich daher sehr freuen! :) weiterlesen
Was entpuppt sich denn da?
5
Gleich drei Handlunsgebenen begegnen uns in dieser Leseprobe. Die Rattenmutter, die überlegt, wie sie an dem fast schon toten Körper eines jungen Mannes vorbeikommt zu ihren Jungen und sich vermutlich durchfressen wird (uäh...). Dann Sergej, offensichtlich Mitglied eines russischen Drogenkartells, der im Hinterkopf den möglichen Auftrag hat, jemanden zu ermorden - und der Jemand ist, wie ich vermute, Harry Hole. Schließlich ebendieser Harry Hole, Osloer Kommissar, der nach 3 Jahren Hong Kong in erstaunlich guter Verfassung in seine Heimatstadt zurückkehrt. Vernarbt zwar, aber clean und durchtrainiert. Was will Harry Hole in Oslo? Weshalb soll Sergej ihn (?) umbringen? Und wer ist der Tote, der da als Rattenfutter enden soll? Welche Geschichte entpuppt sich da wieder? Fragen über Fragen - und keine Antworten, denn die Leseprobe war viel zu schnell zu Ende! Ich würde sooo gerne erfahren, wie es weiter geht. Die Leseprobe war jedenfalls sehr flüssig zu lesen, und nachdem ich vom letzten Band "Leopard" so restlos begeistert war, muss ich den Nachfolger einfach lesen weiterlesen
Verwirrspiele...
4
Ein anonymisierter Prolog: der Mann, die Frau, der Junge - mit beängstigenden Geschehnissen. Dann der Wechsel zum eigentlichen Geschehen - mit etlichen Parallelen zum Prolog. Wieder ein Mann, René, eine erfolgreiche Frau, Jacqueline und ein kleiner Junge, Lukas. In beiden Szenen isst der Junge Cornflakes, in beiden Szenen spielt ein Brotmesser eine Rolle... Bis auf die genannten Parallelen wird jedoch noch kein wirklicher Zusammenhang ersichtlich. Im Prolog stirbt der Junge, als er sich schützend vor die Mutter stellt, die der Vater wieder einmal tätlich angreift. Dagegen scheint es sich ab dem 1. Kapitel um eine "heile" Familie zu handeln, beide Eltern berufstätig, der Sohn besucht eine elitäre Schule, die Familie scheint gut situiert zu sein. Gerade stellt sich bei Jacqueline ein enormer beruflicher Erfolg ein, da wird sie durch einige Erlebnisse sehr verunsichert. Ständig vergisst sie etwas, und nachdem ihre Mutter plötzlich bei einem gemeinsamen Einkaufsbummel mit ihr verschwindet, erklärt ihr Mann ihr abends sichtlich schockiert, dass ihre Mutter bereits seit 2 Jahren tot ist! Diese Leseprobe war wirklich spannend. Was haben der Prolog und die eigentliche Geschichte miteinander zu tun? Was ist Wirklichkeit, was ist Wahnsinn? Weshalb hat Jacqueline diese Erinnerungslücken - und ist ihre Mutter tatsächlich tot? Heh, ich möchte wirklich unbedingt wissen, wie das Ganze weitergeht, bitte!!! Verwirrt ich bin - und neugierig obendrein... weiterlesen
Meine Rezensionen
Wenn alles anders kommt...
5
Uli und Hannes, zwei junge Männer und von Kindesbeinen an miteinander befreundet, sind mit ihren Motorrädern unterwegs, als Hannes die Kontrolle über seine Maschine verliert. Hilflos muss Uli mitansehen, wie das Blut seines besten Freundes langsam in den Rinnstein läuft - und es fühlt sich an, als nehme es sein Herz mit sich. Hannes stirbt nicht, die Wunden verheilen im Krankenhaus allmählich. Doch er liegt im Koma, zeigt keine Reaktionen und stürzt alle in Rat- und Hilflosigkeit... Uli beschließt, Briefe an seinen Freund Hannes zu schreiben. Briefe, in denen er ihm alles erzählt, was ihm wichtig ist. Briefe, die er ihm außer den Sportseiten der Tageszeitung immer wieder vorliest. Briefe, die die Lücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft schließen sollen, sollte Hannes jemals wieder erwachen. Und so erfährt der Leser über diese Briefe viel über die Gedankenwelt von Uli, seine Zeit als Zivi in einem Heim für psychisch Kranke, über den Freundeskreis von Hannes und Uli, über die Familie von Hannes, das Krankhenhaus - und v.a. über die tiefe Freundschaft der beiden jungen Männer... Ein Buch, das die Betroffenheit und Hilflosigkeit Angehöriger und Zugehöriger deutlich macht, wenn solch ein dramatisches Ereignis eintritt. Ein Buch, das ebenfalls deutlich macht, dass es viele Möglichkeiten gibt, auf ein solches Ereignis zu reagieren. Und dass es in jedem Fall etwas ändert, ganz gleich, welchen Weg man wählt. Ein Buch zwischen Hoffen und Bangen, ein Buch voll von Traurigkeit und Lachen. Berührender kann man wohl kaum von Krankheit, Verlust und Tod – und von der Größe, Kraft und Schönheit des Lebens erzählen... Beeindruckend! weiterlesen
Familienlexikon auf italienisch...
3
Daria Bignardi ist eine Frau, die mitten im Leben steht: Mitte vierzig, verheiratet, zwei Kinder, eine der erfolgreichsten Fernsehjournalistinnen Italiens. Im Sommer 2007 stirbt plötzlich ihre Mutter. Daria kommt zu spät ans Sterbebett. Und ihr wird klar, dass kein Mensch auf der Welt ihr jemals wieder eine solch bedingungslose Liebe entgegenbringen wird wie ihre eigene Mutter. Ausgelöst durch den Tod von Giannarosa erinnert Daria sich an ihr ganz persönliches "Familienlexikon", diesen so besonderen Code aus Worten und Gesten, der jede Familie einmalig macht. Sie erzählt die Geschichte einer ganz normalen und doch so einzigartigen Familie und von all den Kleinigkeiten, die eine Familie zu dem machen, was sie ist... Um mit ihren Emotionen fertig zu werden nach dem Tod der Mutter, beginnt Daria Bignardi zu schreiben. Zu ihrer Überraschung stößt dies auf allgemeines Interesse, und so entschließt sie sich, ein Buch herauszubringen, das sie und das Verhältnis zu ihren Eltern, auch im Kreise der großläufigen Familie, zum Inhalt hat. Mit einem liebevollen Blick schaut die Autorin auf die Vergangenheit mit ihren Eltern zurück. Auch wenn nicht immer alles einfach war, was sie gar nicht verschweigt, ist eine Erkenntnis überwiegend: "In all dem emotionalen Chaos herrschte dennoch Wärme, und es gab keinen einzigen Tag mit meinen Eltern, an dem ich diese nicht gespürt hätte." (S. 177) Was als Erinnerung an ihre Eltern beginnt, wächst sich in diesem Buch von Daria Bignardi bald zu einer ausgewachsenen Schilderung ihres weit verzweigten Familienstammbaums aus. Kleine Fetzen der Erinnerung an vergangene Szenen und verschiedenste Personen, oftmals nicht eigene sondern zusammengetragene und überlieferte, bilden den Wirbel, der den Nichteingeweihten zuweilen überfordert. Zumal fast alle Personen mit Nonno, Nonna, Zio, Zia bezeichnet werden und die Verwirrung dadurch noch größer wird. Erst als ich beschloss, dass einzelne Namen und Verwandtschaftsgrade für das Lesen der Begebenheiten im Grunde von keiner großen Bedeutung sind, konnte ich mich wieder mehr auf das Buch selbst einlassen. Insgesamt ein Stück collagenhafter Erinnerungsarbeit, an dem der Leser da teilhaben darf. Der Schreibstil selbst ist angenehm, allein der oft sprunghafte und häufige Szenenwechsel ließen bei mir keine echte Bindung an das Buch zu. Berührt war ich weniger, doch schmunzeln musste ich einige Male. So z.B. bei der Szene: "Mein Bruder Micione schlief auf dem Fernseher. Ab und zu rutschte sein Schwanz über den Bildschirm hinab und Mama und Donatella riefen abwechselnd: "Micione, der Schwanz!", woraufhin er ihn wieder hochzog." (S. 19) Wer aber wissen will, was es damit auf sich hatte, muss wohl doch das Buch selbst lesen... Insgesamt ein friedvolles Buch, nicht kitschig aber für mich insgesamt zu sprunghaft. Geschrieben wie das Foto im Einband wirkt: idyllisches Familienchaos mit zu vielen Personen, um wirklich noch einen Überblick zu behalten. weiterlesen
SPUREN IN DIE IRRE...
4
Dühnforts fünfter Fall beginnt mit einem Mord in einem Rohbau. Kaltblütig wurde dort mitten in der Nacht ein junger Mann erschossen. Obwohl die Spuren zunächst auf ein Motiv im Drogenmilieu hinweisen, beginnt Dühnfort bald daran zu zweifeln... Die Ermittlungen führen zu einer Clique, der der tote Daniel angehört hatte. Ein Mädchen dieser Clique beging vor kurzem Selbstmord. Zwei Tote innerhalb recht kurzer Zeit - kann das Zufall sein? Die Ermittlungen kommen nicht so recht in Gang. Der Fall scheint klar zu sein, da Daniel in seiner Hosentasche Drogen und viel Bargeld hatte, als er tot aufgefunden wurde. Doch bald gibt es berechtigte Zweifel, ob der Tote tatsächlich in den Drogenhandel involviert war. Und wer ist der mysteriöse Sascha, der Isa in den Selbstmord trieb? Niemand kennt ihn, das anonyme Wesen aus dem Internet. Gelingt es, seine Identität zu ermitteln? Und welche Rolle spielen Daniels und Isas Freunde? Dühnfort ermittelt mit gewohnter Hartnäckigkeit und vergisst dabei nicht, seinen Instinkten zu vertrauen. Doch etliche Male rennt er dabei in Sackgassen, die Spuren scheinen allesamt in die Irre zu führen. Was die Ermittlungen schließlich zu Tage fördern, erschüttert den Kommissar mehr als die Fälle zuvor. Menschliche Abgründe, Entscheidungen, die er zuvor nicht für möglich gehalten hätte - sinnlose Tode... Sehr gefallen bei dem Buch hat mir neben den ständigen Irreführungen und überraschenden Wendungen vor allem die ruhige Art der Ermittlung. Zielgerichtet zwar, aber mit ausreichend Zeit, um auch den privaten Hintergrund der Ermittler ein wenig zu beleuchten. Positiv aufgefallen ist mir auch die Kunst des Beobachtens, die Inge Löhnig wirklich beherrscht. Sei es die Beschreibung eines schwülwarmen Sommertages, die Körperhaltung eines Menschen oder auch seine Gedanken und Gefühle - stets entsteht ein klares, detailliertes Bild davon, skizziert in wenigen Sätzen. Dabei versteht es die Autorin auch durchaus, virtuos mit Wörtern umzugehen. Selbst der Tod eines Menschen erscheint durch ihre Beschreibung nah und fast nachvollziehbar: "Sie hörte (...) das Knacken, mit dem die Halswirbel brachen. Dunkelheit hüllte sie ein. Bilder, Gedanken, Erinnerungen sprühten leuchtenden Funken gleich durch die Nacht, verglühten, glitten in tiefe Unendlichkeit. Ein sachter Wind griff nach ihr, trug sie mit sich, sie war nicht schwerer als ein Hauch, ein Gedanke, der im Nichts zerstob." (S. 361) Der Krimi ist zwar Teil einer Reihe, kann aber auch gut für sich allein gelesen werden. Das Ende lässt einen etwas nachdenklich zurück, aber damit ist man dann in guter Gesellschaft des Kommissar Dühnfort, dem es schließlich nicht anders ergeht. Ein angenehm zu lesender, spannender Krimi, der Lust macht auf weitere Bände aus dieser Reihe! weiterlesen
Märchenhaft schön...
5
In der Wildnis Alaskas wagen Mabel und Jack einen Neuanfang. Beide sind schon jenseits der 40, und es ist unklar, ob sie den Herausforderungen von Land, Wetter und harter Arbeit noch gewachsen sein werden. Doch haben sie es in ihrer alten Heimat nicht länger ausgehalten - Mabel nach einer Totgeburt und unerfülltem Kinderwunsch auch Jahre später noch zutiefst traumatisiert und durch Verwandte und Kinderlärm immer wieder an ihren Verlust erinnert. Die Hoffnung jedoch, dass Mabel und Jack in ihrer neuen Heimat wieder zueinander finden, erfüllt sich zunächst nicht - jeder taucht immer mehr in eine unermessliche Einsamkeit ein, niedergedrückt durch die harte Arbeit und die Zweifel, ob die kleine Farm sie ernähren wird. Als im Winter die ersten Schneeflocken fallen, gibt Mabel einem plötzlichen Impuls nach und stellt sich mit ausgebreiteten Armen in den Hof, das Gesicht zum Himmel gereckt und lässt die Flocken auf ihre Zunge schneien. Jack bekommt in ihrem Übermut einen Schneeball ans Bein geworfen, und unerwartet vergnügen sich die beiden im Schnee. Schließlich kommen sie auf die Idee, noch einen kleinen Schneemann zu bauen, aus dem schließlich ein Schneemädchen wird - mit Armen aus Birkenzweigen, einem Schal und Fäustlingen sowie einem hübschen, von Jack mit dem Messer geschnitzten Gesicht. Zum ersten Mal seit langem fühlen sich die beiden wirklich lebendig und spüren auch wieder ihre Liebe zueinander. Am nächsten Morgen jedoch ist das Schneemädchen verschwunden. Spuren führen von dort weg in den Wald, und kurze Zeit später huscht ein kleines Mädchen um den Hof... Eowyn Ivey ist es gelungen, Elemente eines alten russischen Märchens - "Das Schneemädchen" - in eine Erzählung aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu verweben. Die Geschichte bringt dem Leser so einerseits die Realität der damaligen Zeit sehr bildhaft nahe, andererseits wirkt die gesamte Erzählung mysteriös und ahnungsvoll... Dabei stimmt die Sprache mit dem Stil der 20er Jahr überein und macht das Erlebnis des Lesens um so stimmiger. Die Beschreibungen der Natur sind so bildgewaltig, dass sie beim Lesen förmlich vor den Augen erscheinen und Schnee und Kälte fast spürbar sind. Das Geheimnis um das kleine Mädchen, das mit dem Schnee kommt und mit dem Frühling verschwindet, ist dabei besonders schön. Es gibt verschiedene Erklärungen, woher das Kind stammen mag, das so zart und anmutig, dabei aber wild und unbändig ist. Ist es real oder doch der Liebe und der Welt der Magie entsprungen? Mit Mabel erinnert der Leser sich an das alte Märchen ihrer Kindheit und ahnt auch das Ende der Geschichte um Mabel, Jack und das kleine Mädchen. Eine zarte, ruhige Erzählung, die einen tief eintauchen lässt in die Welt von Schnee, Eis und Magie. Märchenhaft schön... weiterlesen
Atemlos...
5
Kathrin ist verwirrt. Sie findet Dinge in ihrer Wohnung nicht wieder, Bilder hängen schief, Obst ist angebissen - doch ihre kleine Tochter Mia kann das eigentlich nicht gewesen sein. Die Verwirrung weicht einer großen Ängstlichkeit. Wer dringt derart in ihre Privatsphäre ein?! Als die kleine Mia am Kindergartenzaun von einem Mann im Trenchcoat angesprochen wird, der sich ihr als Erik vorstellt, scheint Kathrins Welt ganz aus den Fugen zu geraten. Zu ihrer Studentenzeit wohnte sie mit einem Erik und zwei anderen Bewohnern in einer WG. Doch Erik ist tot! Immer mehr häufen sich jedoch die Zeichen, dass dem vielleicht doch nicht so ist. Nicht mehr wissend, was sie glauben soll, versucht Kathrin hinter des Rätsels Lösung zu kommen. Doch die Zeit drängt: der Unbekannte schickt ihr zunehmend deutlichere Drohungen... Das war mal wieder ein Thriller, der sich am besten in einem Rutsch durchlesen lässt. Dabei bedient sich Langer eines geschickten Schachzuges: Er wechselt kapitelweise zwischen den Zeiten von heute und von damals, so dass der Leser einen zunehmenden Einblick in beide Geschichten erhält. Dies erzeugt eine unglaubliche Spannung, die fast das gesamte Buch über aufrecht erhalten wird. Mit jedem Puzzleteil, das der Leser erfährt, duplizieren sich die Fragen aber nahezu. Der Thriller ist eine gelungene Darstellung eines gekonnten Verwirrspiels, und wirklich erst auf den letzten Seiten offenbart sich die Lösung. Oftmals habe ich fast atemlos weitergeblättert, so sehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Ein Thriller, der allen Liebhabern dieses Genres nur empfohlen werden kann. Und hoffentlich nicht der letzte aus der Feder von Siegfried Langer! weiterlesen
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