Politischer Slapstick im Schloss

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
davina Avatar

Von

Der Einstieg in David Safiers Roman 00-Laschet ist herrlich skurril und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Grundidee, Armin Laschet nach der gescheiterten Kanzlerwahl als frischgebackenen Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue einziehen zu lassen, verspricht jede Menge humorvolles Potenzial. Safier zeichnet die Hauptfigur wunderbar empathisch, aber mit einer ordentlichen Portion Selbstironie: Armin stolpert wortwörtlich durch sein neues Leben, geplagt von kleinen Fettnäpfchen, Diät-Vorsätzen und einer rührenden Sehnsucht nach Aachener Tapas und seiner Familie. 
Die Sprache ist angenehm leichtfüßig, lebendig und von einem feinen, augenzwinkernden Humor geprägt. Safier nutzt kurze, prägnante Sätze und wunderbare popkulturelle sowie politische Querverweise, von Let's Dance bis hin zu Markus' NDW-Klassikern. Besonders die Dialoge haben eine tolle Dynamik. Ob es das grandiose Missverständnis um die vermeintliche Allergie „Iltis foetida“ mit dem mysteriösen, distinguierten Herrn ist oder der humorvolle Schlagabtausch mit der hyperaktiven Social-Media-Beraterin Kimmi, der Text liest sich flüssig weg und sorgt permanent für Schmunzler. 
Nach dem Lesen dieser wenigen Seiten ist mein Interesse definitiv geweckt! Der fiese Cliffhanger am Ende – der mysteriöse Brief von Frank-Walter, der ein Treffen mit Armins „Vorgesetztem“ ankündigt, wirft sofort Fragen auf. Wer zieht hier im Hintergrund die Fäden? Und wer ist das unheimliche Schlossgespenst? Ich möchte unbedingt wissen, wie sich „Onkel Laschi“ in diesem Netz aus Social-Media-„Beef“, einer unnahbaren Chefsekretärin aus der Heinemann-Ära und geheimnisvollen Botschaften schlägt. Ein perfektes Buch zum Abschalten!