Ein Bundespräsident zum Totlachen
Mit dem Bestseller "Plötzlich Shakespeare" fing alles an. Heute schreibt David Safier über Kanzler und Möchtegernbundespräsidenten. Geblieben ist sein unvergleichlicher Humor. Während ich mich für Miss Merkels Kriminalfälle nur bedingt erwärmen konnte, mochte ich das Spin-Off mit Armin Laschet umso mehr. In "00-Laschet" macht Safier den einstigen Hoffnungsträger der CDU zum volksnahen Antihelden. Laschet will und kann gar kein James Bond sein und wird ungewollt doch zum Helden der Nation. Doch der Reihe nach. Als Armin Laschet zum neuen Bundespräsidenten der BRD ernannt wird, ahnt er nicht, dass sich unter dem Schloss Bellevue ein bislang unbekannter Geheimdienst befindet. Mehr noch, Laschet soll auf Staatsreisen Geheimagenten einschleusen. Wie immer ist Safiers Geschichte ziemlich verquer gestaltet und damit ungeheuer lustig. Wenn Laschet bspw. auf Queen Camilla trifft und in jedes Fettnäpfchen tritt oder Madonna bezirzt. Die Anspielungen und eingebauten Gags auf zeitgenössische Entwicklungen wie KI, Gen Z oder Söders Social-Media-Präsenz zünden alle vortrefflich und sind noch dazu topaktuell bzw. frappierend vorausschauend. Situationskomik und Action wechseln einander unterhaltsam ab. In diesem Roman findet Safier zu alter Größe zurück. Natürlich ist bei seinen Erzählungen alles ein bisschen auf die Spitze getrieben, aber das beherrscht er vorzüglich. Ich habe nicht einmal zwei Tage für die Lektüre gebraucht und mich dabei köstlich amüsiert. Das Cover im wohlbekannten Stil rundet den Roman getreu dem Motto "Alles heiße Luft" stimmig ab.